Schwein gehabt?

Schwein gehabt? Wurde das Schwein durch den Tod Jesu rein?

Ich möchte anschauen, was es mit den unreinen und reinen Tieren auf sich hat und was Gottes Sicht auf Essen ist. Hat sich daran irgend etwas geändert seit der Gesetzgebung am Berg Sinai?

Die Mehrheit der Christen glaubt, dass Yeshua mit seinem Tod das Schwein rein gemacht hat bzw. das Essensgesetz mit dem restlichen Gesetz aufgehoben hat. Allen voran werden diese zwei Bibelstellen zitiert, um dieses Argument zu bekräftigen, nämlich Markus 7,1-19 wo Yeshua „alles Essen für rein erklärte“ und Apg 10 und 11, wo Petrus die Vision von den reinen und unreinen Tieren hatte.

Text als PDF

Zugegeben, bis vor ein paar Monaten glaubte ich diese Dinge auch – andererseits hatte ich die Verse nie genau unter die Lupe genommen, d.h. sie nicht wirklich im Kontext studiert oder den Urtext zu Rate gezogen. Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die sich die Mühe gemacht haben, Gottes Wort wirklich auf den Grund zu gehen, so auch bei diesem Thema. Auch war mir das Gesetz des Präzedenzfalls nicht bekannt. Dieses besagt, dass alles Nachfolgende in der Bibel anhand der Bedeutung und dem Kontext betrachtet wird, in welcher das Wort zum ersten Mal gebraucht wird. Bevor ich also auf die oben zitierten Verse eingehe, möchte ich zuerst die grundlegende Bibelstelle im Alten Testament anschauen, wo es um reine und unreine Tiere geht.


Definition von Essen

Im 3. Mose 11 sagt Yahweh, welche Tiere wir essen dürfen und welche nicht. Heute diskutieren wir darüber, ob ein Schwein durch den Tod Yeshuas rein ist oder nicht. Allerdings schiesst das am Ziel vorbei. Im 3. Mose 11 definiert Yahweh nämlich klipp und klar, was für uns Essen ist und was nicht. Gott hat die wiederkäuenden Landtiere mit gespaltenen Hufen uns zum Essen bestimmt, die Tiere im Wasser, die Flossen und Schuppen haben, Vögel mit Flügeln (Ausnahmen werden in 5. Mose 14,12-18 genannt) und geflügelte Insekten, die hüpfen. ALLES ANDERE hat Gott nie als Essen für den Menschen gedacht (und auch nicht dafür geschaffen!) – darum sollten wir es auch nicht tun.

Wie wichtig Gott das Thema Essen ist zeigt sich am Ende des Kapitels in den Versen 44 und 45, wo Gott uns zweimal auffordert: „darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ und: „darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig“.

Erstens bedeutet eine Wiederholung immer, dass Gott etwas besonders wichtig ist und zweitens fordert Yahweh uns auf, uns zu heiligen, d.h. von der Welt abzusondern – im Kontext mit dem was wir essen! Diese Stelle wird in Neuen Testament von Petrus (1. Petr 1,16) zitiert und man sollte dabei nie vergessen, dass von dieser Absonderung in der Bibel zum ersten Mal im Zusammenhang mit unserer Ernährung die Rede ist!

Übrigens hat schon Noah – lange vor der Wüstenanderung – gewusst, welche Tiere rein und unrein sind, obwohl vor der Flut noch niemand Fleisch gegessen hat. Dies nur als kleiner Einschub.

Kommen wir also zu den zwei Stellen im Neuen Tesatment.


Markus 7,19: Erklärte Yeshua alles Essen für rein?

Ja, das tat er. Hier ist aber nicht die Rede von unreinen und reinen Tieren, sondern von dem was Gott überhaupt dem Menschen „zur Speise“ gegeben hat: alle Pflanzen, die Samen hervorbringen, alle fruchttragenden Bäume (1. Mo 1,29), alle widerkäuenden Tiere mit gespaltenen Hufen, alle Fische mit Schuppen und Flossen (3. Mo 11,3+9), Vögel mit Flügeln (Ausnahmen genannt, 5. Mo 14,12-18) und Insekten wie die Heuschrecke, die nicht am Boden kriecht, sondern fliegen und hüpfen kann (3. Mo 11,21). Die Pharisäer und auch Jesus waren durch und durch Juden, für die in keinster Weise in Frage stand, ob das Schwein nun rein ist – denn Yahwe hatte es ihnen nie als Essen zugedacht und es sogar speziell erwähnt (3. Mo 11,7). Ich bin zu 100% überzeugt, dass auch Jesus nie Schweinefleisch oder sonst ein unreines Tier ass, denn sonst hätte er nicht als fehlerloses Opferlamm für die Menschen sterben können.

Die Diskussion dreht sich hier um etwas ganz anderes, konkret: ob man etwas mit ungewaschenen Händen essen darf. Nicht mehr und nicht weniger. Die Pharisäer hatten nämlich tausende von Gesetzen zu den göttlichen Anweisungen dazuerfunden, die in diesem Fall auch besagten, dass man mit ungewaschenen Händen nicht essen darf bzw. dass dies einen unrein macht. Als nun Jesus alles Essen für rein erklärte

  1. sprach er von dem, was Gott als Essen definiert hatte und
  2. meinte damit, dass durch schmutzige Finger verunreinigtes Essen niemanden unrein macht.


Apg 10 & 11: Petrus, schlachte und iss!

Die andere Stelle, die gerne zitiert wird ist folgende: Petrus hat 3x eine Vision, wo ein Tuch aus dem Himmel herabkommt mit allerlei Tieren und der Aufforderung an Petrus, zu essen. Das ist alles, was hier meist betont wird: dass Petrus reine und unreine Tiere essen soll.

Schaut man jedoch genauer hin und betrachtet zudem die Erklärung von Petrus, nämlich, was Ihm Gott mit dieser Vision gezeigt hat, sieht die Geschichte anders aus.

  • Erstens weigert sich Petrus, ein unreines Tier zu essen. Dies war Jahre nach Yeshuas Tod und Petrus hatte noch nie etwas gegessen, was Gott den Juden nicht als Essen bestimmt hatte. Das bedeutet: für die messianischen Juden (ersten Christen) galt die Tora noch vollumfänglich.
  • Zweitens erklärt Petrus die Bedeutung der Vision selber folgendermassen (Apg 10,28-29):

„Und er sprach zu ihnen: Ihr wißt, daß es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Angehörigen eines anderen Volkes zu verkehren oder sich ihm zu nahen; doch mir hat Gott gezeigt, daß ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. Darum bin ich auch ohne Widerrede gekommen, als ich hergerufen wurde.“ Hier wird Gottes Auslegung von seiner eigenen Vision deutlich gemacht – wie können wir uns anmassen, unsere eigene Interpretation zu vertreten?

Von Essen war hier nie mehr die Rede, es wurde auch kein Essverhalten geändert. Das einzige was als Resultat aus dieser Vision herausging ist die Tatsache, dass die Juden begriffen, dass das Evangelium für die ganze Welt bestimmt ist, d.h. auch für die „unreinen“ Heiden. Die Vision diente dazu, dass Petrus auf die Begegnung mit Heiden (Unreinen) vorbereitet wurde. Er ging nicht hin und schlachtete ein Schwein – stattdessen betrat er das Haus eines Nichtjuden. Dies war eine riesen Sache, weil Juden sich dadurch verunreinigten! Bei der Verurteilung von Yeshua z.B. betraten die Juden das Prätorium des Kaiphas nicht, um sich vor dem hohen Sabbat (Pessach und erster Tag der ungesäuerten Brote, Joh 18,28) nicht zu verunreinigen. Dass Petrus das Haus von Heiden betrat, um ihnen von Yeshua zu erzählen, war so ungewöhnlich, dass er sich danach in Jerusalem vor seinen gläubigen Brüdern dafür sogar rechtfertigen musste! Hier wurde jedoch der Grundstein dafür gelegt, dass die Christen nun auch den anderen Völkern die frohe Botschaft brachten.


Was haben diese Vorschriften mit der heutigen Zeit zu tun?

Das ist eine gute Frage, die ich mir auch gestellt habe. Heute haben wir höhere Qualitäts- und Hygienestandards als früher, wir haben Kühlschränke und Gefriertruhen – plus, wir sind ja auch nicht mehr „unter dem Gesetz“ (siehe dazu meinen letzten Blog „Dein Reich komme„). Was sollte uns also davon abhalten, Shrimps und Schweinekoteletts zu essen?

Gegenfrage: wusste Gott vor einigen tausend Jahren von unserem Fortschritt? Ja, ganz bestimmt, er hat ja alles geschaffen. Ändert sich Gott in irgend einer Weise? Nein, nie. Hält er Wort? Ja, immer. Hat sein Wort also Bestand? Ja, auch wenn wir ihm keine Bedeutung (mehr) beimessen (wollen). Als er also diese Essensvorschriften gab, war ihm bewusst, dass wir eines Tages Kühlschränke etc. haben würden? Natürlich, er hat sich diese ja ausgedacht. Warum sollte er uns dann sagen, was wir essen dürfen und was nicht? Vielleicht weil bestimmte Sachen uns gut tun und andere nicht und er als Schöpfer genau weiss welche?

Wissenschaftler wollten es genau wissen und haben untersucht, was es mit den „unreinen“ Tieren auf sich hat. Das Resultat: keins dieser Tiere kann Giftstoffe ausscheiden. All diese Tiere, ob auf dem Land, in der Luft oder im Meer, dienen als Staubsauger und Mülleimer dieser Welt. Und: schon einen Verdacht, warum Gott uns diese Tiere nicht zu essen geben will? Diese „Staubsauger der Welt“ erfüllen eine ganz wichtige Funktion, sie fressen z.B. Aas oder reinigen das Wasser für uns – auch heute noch, nach dem Tod Yeshuas. Sein Tod hat also an ihrer Genetik und Aufgabe, die dem Naturgesetz unterliegen, rein gar nichts geändert. Wer noch nicht überzeugt ist: hier ein paar Details, besonders zum Schwein.


Was soll am Schwein so falsch sein?

Ich würde niemanden zwingen, den Konsum von Schweinefleisch und Meerestieren aufzugeben, ich möchte hier einfach etwas Licht ins Dunkel bringen und Dinge aufzeigen, die allgemein kaum bekannt sind oder verschwiegen werden.

  1. Jedes Schwein ist wurmbefallen, jedes. Egal, wie sehr man das Fleisch erhitzt, die Würmer sterben nicht, sondern gelangen lebendig in unseren Organismus und können z.B. in unserem Körper zu vermeintlichen „Tumoren“ anwachsen…
  2. Schweinfleisch (auch das Muskelfleisch) ist immer mit Fett durchtränkt, auch wenn man es nicht sieht. Dieses Fett kann aber nicht verstoffwechselt werden, sondern wird in unserem Fettzellen wie ein Fremdkörper abgelagert.
  3. Schweine sind wirklich Schweine: sie essen kein Gras, dafür alles andere bis hin zu Aas und können Giftstoffe nicht ausscheiden und z.B. auch nicht schwitzen. Das heisst, wir essen diese Giftstoffe auch gleich mit…
  4. Das Eiweiss im Schweinefleisch verdirbt sehr schnell. Diese Fäulnisgifte können leicht ins Lymphsystem und ins Blut gelangen, da die Eiweissstruktur beim Schwein der des Menschen ähnelt und daher nicht als Fremdkörper erkannt wird. Diese Fäulnisgifte sind für den Menschen sehr schädlich und können Entzüdungen und Abszesse hervorrufen.
  5. Schweinefleisch enthält viel Schwefel, welcher das Bindegebe anschwellen lässt (Cellulite lässt grüssen!), Knorpel schädigt und sogar Schäden an der Bandscheibe hervorrufen kann!
  6. Schweinefleisch enthält viel Histamin und fördert Entzündungen.
  7. Die meisten Grippen haben ihren Ursprung beim Schwein (einige beim Pferd oder anderen unreinen Tieren), nicht nur die Schweinegrippe! Eine Grippe-Epidemie in Deutschland, die dem ersten Weltkrieg folgte und mehr Opfer forderte als der gesamte Krieg, wurde durch amerikanischen Speck ausgelöst, der in Massen zur Verfügung stand. Interessant ist auch, dass muslimische Länder, wo kein Schweinefleisch gegessen wird, von solchen Grippewellen verschont werden. Die Gesundheitsindustrie weiss um solche Dinge, will aber nicht, dass wir es wissen…

Es gäbe noch mehr zu sagen, aber ich glaube es ist jetzt klar, warum Gott uns Schwein und Co. nicht als Essen zugedacht hat. Yahweh ist ein Gott, der ein gesundes, starkes Volk will, das sich am Leben freut. Ihm geht es nie darum, uns die Freude an etwas zu verderben, sein Ziel ist es, uns ein langes Leben zu geben. Er hat die „unreinen“ Tiere für einem bestimmten Zweck geschaffen: um die Erde sauber zu halten. Uns Menschen hat er aber die Grasfresser als Essen bestimmt, die Giftstoffe ausscheiden können und uns indirekt mit Pflanzennahrung (wie z.B. Eisen) versorgen.


Fazit

Immer wieder höre ich von Leuten: Man kann ja gar nicht mehr leben, wenn man all die Geschichten glaubt, die über bestimmte Nahrungsmittel im Umlauf sind. Ich persönlich bin immer dankbar über neue Erkenntnis, weil ich weiss, dass wir mit Essen entweder unseren Körper stärken oder schwächen und dass Nahrungsmittel uns krank oder gesund machen können. Wenn unser Hausarzt uns den Verzehr von etwas untersagt, dann aus gutem Grund – und wir folgen dem Rat dieses Fachmanns ohne mit der Wimper zu zucken. Yahweh, der Arzt, der über allen Ärzten steht, weiss als unser Schöpfer noch viel besser, wie wir funktionieren und was wir brauchen. Er weiss um die Wichtigkeit von dem, was wir konsumieren, darum sollten wir Ihn in diesem Punkt genauso ernst nehmen wie auch bei allem anderen.

Haben wir als Nachfolger von Yeshua nun also Schwein gehabt oder nicht bzw. macht sein Tod das Schwein rein? Ich finde in der Bibel keine Aussage von Jesus, die besagt, dass das alte Gesetz aufgehoben ist – im Gegenteil: er sagt sogar, dass wer ihn liebt, die Gebote Gottes hält! Das beinhaltet auch die Essensvorschriften.

In einer Hinsicht haben wir aber Schwein gehabt, aber nur in dem Sinn, dass er durch seinen Tod die Strafe, die wir verdient hätten, auf sich genommen und uns Gmeinschaft mit unserem Schöpfer und ewiges Leben ermöglicht hat…

———————-

Quellen:

Kommentar-Funktion geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: