Salböle als Medizin und Kosmetik im alttestamentlichen Israel, Ägypten und Mesopotamien

Einleitung

Seit einigen Jahren beschäftigt mich die Frage nach der Wirkung und Heilkraft von Ölen. Aufmerksam darauf wurde ich durch die Entdeckung von Kokosöl im Frühling 2008, das ich nun auf verschiedenste Arten äusserlich anwende und einnehme, als Nahrungsmittel, Medizin, um meinen Stoffwechsel anzukurbeln, und als Grundlage zur Herstellung von Zahnpasta und Deo nutze.

Als ich anfing, meiner Familie mit Begeisterung das Kokosöl schmackhaft zu machen, erzählte mir mein Schwager folgendes bezüglich Fetten: Er arbeitete ein paar Monate lang bei McDonald’s und hatte in dieser Zeit meist fettige Hände vom Hantieren mit dem Essen. Nach einiger Zeit bemerkte er, dass eine unschöne Narbe auf seiner Hand verschwunden war. Er schrieb dies dem Kontakt mit dem Fett zu, da er sonst nichts unternommen hatte, diese Narbe zu behandeln (er hatte die Narbe bereits seit mehreren Jahren).

Dies liess mich aufhorchen und weckte den Wunsch, den (verlorenen) Geheimnissen von Ölen auf die Spur zu kommen. Durch das tägliche Lesen in der Bibel (AT wie NT) stolperte ich über Stellen, in denen Wunden mit Öl behandelt, Kranke mit Öl gesalbt und Könige mit kostbaren Ölen beschenkt werden, und ich fragte mich zunehmend, warum? Zudem stellte sich mir die Frage, was mit der „Krankensalbung“ gemeint ist, die im NT erwähnt, aber leider nicht beschrieben wird. Die Vermutung machte sich breit, dass die „Salbung“, wie Christen sie heute praktizieren, nicht der biblischen Anwendung entspricht. Für die evangelischen Christen ist die Salbung eine symbolische Handlung und wird meist so gehandhabt, dass einer Person mit (israelischem) „Salböl“ ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet wird mit den Worten: „Ich salbe Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Ich mutmasste zunehmend, ob mit der „Salbung“ nicht etwa ein grossflächiges Einreiben mit Öl gemeint sei – und ob nebst dem Gebet nicht auch das Öl an sich einen entscheidenden Beitrag zur Heilung des Kranken leistet?

Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich dieser These wissenschaftlich auf den Grund gehen, indem ich versuche, Antworten zu folgenden Fragen zu finden:

  • Wie sah die Gewinnung von Ölen und die Herstellung von Salbölen im Altertum aus?
  • Wie wurden Salböle in Israel, Mesopotamien und Ägypten im Bereich Schönheitspflege, Hygiene und Krankenpflege angewandt?
  • Was macht Salböle, Heilöle, Balsame und Gewürze so unersetzlich und kostbar – würdig als Geschenke für Könige?
  • Welche Wirkungen werden ihnen heute (noch) zugeschrieben?

Obwohl Öle auch als Nahrungsmittel, für religiöse und politische Zwecke sowie als Lichtquelle benutzt wurden, möchte ich mein Augenmerk in dieser Arbeit auf die Rolle von Salböl als Heil- und Schönheitsmittel im täglichen Gebrauch richten und die anderen Aspekte lediglich streifen.

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