Das Zeichen an Hand und Stirn: Gottes Original und Satans Kopie

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Es gibt wohl kaum einen Menschen, der in der heutigen Zeit nicht schon einmal vom Mal-zeichen des Tieres an Hand und Stirn aus Offenbarung 13,16 gehört hat. Viele Spekulationen zur Bedeutung dieses Zeichens sind im Umlauf, allen voran die Vorstellung, dass es sich um einen RFID-Chip handelt, der an Hand oder Stirn eingepflanzt wird. 

Nur scheint bei der Auslegung kaum jemand das Alte Testament zu Rate zu ziehen, obwohl es sehr aufschlussreiche Informationen liefert und für jedes neutestamentliche Thema die Grundlage bildet. Die einzige Denomination, die mir bekannt ist, die sich mit dem Zeichen des Tieres aus alttestamentlicher Sicht beschäftigt, sind die Adventisten. Allerdings verstehen sie unter dem Zeichen Yehovahs nur den Sabbat, was aus biblischer Sicht gesehen viel zu eng gesteckt ist. Der Sabbat ist gemäss Gottes Wort nämlich nur ein Teil des Zeichens.

Bezüglich des Zeichens des Tieres ist z.B. kaum jemandem bewusst, dass auch dies lediglich die Kopie eines Originals ist bzw. dass auch Yehovah seinen Kindern ein Zeichen an Hand und Stirn gegeben hat – und zwar schon vor Jahrtausenden!

Satan ist ein geschaffenes Wesen und kann daher nichts Neues ins Leben rufen: er kann nur stehlen und verdrehen (=kopieren), was Gott geschaffen hat, und er macht davon in jedem Bereich rege Gebrauch. So gibt es z.B. ein falsches Evangelium, einen falschen Jesus und einen falschen Geist (2. Korinther 11,4), falsche Propheten (Matthäus 24,24; 1. Johannes 4,1) und unbiblische Feste, die alle auf Satans Mist gewachsen sind. 

Im Alten wie auch im Neuen Testament werden wir immer wieder vor diesem hinterlistigen und ausgekochten Verführer und seinen Lehren und Taktiken gewarnt, auch Yeshua selbst deckt die Natur des «Vaters der Lüge» (Johannes 8,44) schonungslos auf.

In den letzten Jahren ist mir immer mehr bewusst geworden, wie subtil Satan arbeitet und dass er nicht nur als atheistischer Geist, sondern hauptsächlich als hochintelligenter Theologe sein Unwesen treibt, weil er die Bibel in- und auswendig kennt – schliesslich ist er von den Reihen der Gläubigen ausgegangen (1. Johannes 2,18-19) bzw. war im Himmel ein Cherub (Hesekiel 28,14). 

So schafft er es, bibeltreue Gläubige mit Lehren zu verführen, die nah an der Wahrheit sind und einen hochgeistlichen Touchhaben, aber eben doch vom schmalen Weg wegführen. Diese Taktik hat er bereits im Garten Eden verfolgt: dem Menschen Zweifel an Gottes Wort ins Herz zu säen, indem er einerseits fragt «Hat Gott wirklich gesagt…?» und andererseits Gott die Worte im Mund umdreht mit der Aussage «…dass ihr von keinemBaum im Garten essen dürft?» (1. Mose 3,1 – vgl. 2,16-17!). 

Ein solches Beispiel sehen wir in der modernen Theologie, wenn es um «ewige Ordnungen» geht bzw. um Gebote, die Yehovah seinem Volk «für alle Generationen» gegeben hat. Satan hat es geschafft, uns einzutrichtern, dass diese Zeitspanne der Ewigkeit mit dem Tod Yeshuas beendet wurde, d.h. dass die Prinzipien Gottes, die er uns in der Torah gegeben hat, nicht bis zum Ende der Welt Gültigkeit haben, sondern mit dem Kommen des Messias abgeschafft wurden – obwohl derselbe Messias ausdrücklich gesagt hat, dass er nicht gekommen ist, um die Gebote Gottes aufzulösen (Matthäus 5,17)! 

Auch ich habe lange geglaubt, dass die Torah, das «mosaische» Gesetz, durch Yeshuas Tod aufgehoben wurde, allerdings entspricht das nicht dem, was die Bibel zum Thema sagt. Für das allgemeine Bibelverständnis ist es aber entscheidend, ob man in diesem Punkt theologischen Lehren glaubt oder dem, was geschrieben steht: d.h. ob man den Menschen glaubt oder Gott. 

Ich habe mich entschieden, Gott beim Wort zu nehmen, auch wenn das heisst, viele populäre theologische Überzeugungen über Bord zu werfen, allein gegen den Strom des postmodernen Christentums zu schwimmen und auf viel Widerstand zu treffen – besonders aus den Reihen der Gläubigen! Im Gegenzug erkenne ich Tag für Tag mehr, wo die Grenzen zwischen Wahrheit und vermeintlicher Wahrheit liegen und bin dankbar, dass Yehovah mir auf diese Weise hilft, den schmalen Weg zu erkennen. Aus diesem Grund habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die subtilen Irrlehren, die mir bewusstgeworden sind, aufzudecken und dabei nach bestem Wissen und Gewissen die ursprüngliche Botschaft Gottes zu lehren. 

So möchte ich mich auch in Bezug auf das Zeichen an Hand und Stirn zuerst mit Gottes Original befassen. Wenn man dieses nämlich versteht, braucht man nur das Gegenteil auszuarbeiten, um zu wissen, was es mit dem Zeichen des Tieres auf sich hat. 

1       Die biblische Bedeutung von «Zeichen» 

Im Alten Testament – v.a. in der Torah (den 5 Büchern Mose) – ist mehrmals von Zeichen Yehovahs die Rede. Diese sind unterschiedlicher Natur: der Regenbogen z.B. betrifft die Himmelskörper und die Beschneidung den menschlichen Körper. Auch gibt es Zeichen, die mit Hand und Stirn in Verbindung gebracht werden. 

Während wir unter Regenbogen und Beschneidung eine konkrete Vorstellung haben, gestaltet sich das Verständnis der Zeichen an Hand und Stirn etwas schwieriger. Um den biblischen Begriff für Zeichen besser verstehen zu können, möchte ich ihn in seinen verschiedenen Kontexten beleuchten, bevor wir Stellen genauer anschauen, bei denen Hand und Stirn erwähnt werden.

Hebr.othbedeutet je nach Kontext ‹Unterscheidungsmerkmal›; ‹Feldzeichen/Banner›; ‹Denkmal›, ‹Zeichen der Erinnerung›, ‹Bundeszeichen, das an den Vertrag erinnert›; ‹Warnung›; ‹Vorzeichen einer künftigen Begebenheit›, ‹bestätigendes Zeichen von Gott›, ‹schützendes Zeichen› aber auch ‹Wunder›, weil diese auf Yehovah hinweisen. 

1.1     Die Gestirne

In 1. Mose 1 wird das hebräische Wort für Zeichen, oth, das später mit Hand und Stirn in Zusammenhang gebracht wird, zum ersten Mal verwendet. 

Bei jedem Begriff, der in der Bibel vorkommt, ist der erste Gebrauch eines Wortes elementar, weil dieser darüber bestimmt, wie das Wort im Verlauf der Heiligen Schrift gedeutet werden muss. Schauen wir uns also die erste Stelle an.

1. Mose 1,14-16: Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung[1]des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen[oth] und zur Bestimmung von Zeiten[2]und Tagen und Jahren; 15 und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so.16 Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. (ELB)

Dies bedeutet, dass Yehovah Sonne, Mond und Sterne, die physische Himmelskörper sind und physisch wahrnehmbar sind, dazu eingesetzt hat, die Menschen auf Dinge in der Zukunft hinzuweisen oder sie an Vergangenes zu erinnern, konkret aber auch, ihnen die Zeitpunkte von Gottes Festen in der Gegenwart anzuzeigen. 

Hier geht es also um etwas Sichtbares, das ausserhalb des menschlichen Körpers liegt und dem Menschen physische und geistliche Dinge signalisiert. Ein gutes Beispiel dafür sind Gottes Feste (hebr. moedim), die nicht nur Erinnerungen darstellen, sondern aktiv gefeiert werden sollen als Vorbereitung auf etwas, das noch kommt: die Feste unseres Königs im tausendjährigen Reich. Auch sind sie ein prophetischer Hinweis auf den Messias, der in einem menschlichen Körper auf die Erde kam und die Feste physisch und geistlich vollkommen einhielt. 

Othhat also physische und geistliche Komponenten – das ist für das Verständnis aller weiterer Zeichen elementar und sollte bei jeder Auslegung im Hinterkopf behalten werden.

1.2     Der Regenbogen 

Ein weiteres Zeichen am Himmel finden wir in 1. Mose 9,12:

Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen[oth] des Bundes, den ich festsetze auf ewige Geschlechter hin zwischen mir und euch und allen lebendigen Wesen, die bei euch sind: 13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken, der soll ein Zeichen[oth] des Bundes sein zwischen mir und der Erde. (SLT)

Der Regenbogen ist eine sichtbare Erinnerung daran, dass Yehovah die Erde nie mehr durch eine Flut vernichten wird. Dies ist ein (geistlicher) Bund zwischen Gott und allen lebendigen Wesen, der anhand dieses mit dem Auge wahrnehmbaren Himmelsphänomens bestätigt wurde und immer noch wird. 

1.3     Das Zeichen Kains

Es gibt auch ein ganz spezifisches Beispiel, wo Gott einem einzelnen Menschen ein Zeichen gab: 

1. Mose 4,15: Und Jehova machte an Kain ein Zeichen[oth], auf daß ihn nicht erschlüge, wer irgend ihn fände. (ELB 1905)

Ich nahm bisher immer an, dass dieses Zeichen auf seiner Stirn war, aber die Bibel gibt uns keine Auskunft darüber, an welcher Stelle es sich befand, auch nicht darüber, wie es aussah. Dieses Zeichen war Teil der Konsequenzen, die Kain nach der Ermordung Abels tragen musste. So stellte Yehovah sicher, dass Kain und seine Mitmenschen bis zu seinem natürlichen Tod daran erinnert wurden, was er für ein Unrecht getan hatte. 

1.4     Der Stab Aarons

Ein äusserst physisches Zeichen ist der Stab Aarons. Einige Männer aus dem Volk Israels hatten sich gegen Aaron aufgelehnt, woraufhin Yehovah anwies, dass alle 12 Stämme einen Mandelzweig in die Stiftshütte legen sollten: wessen Stab blühte, war von Gott auserwählt. 

4. Mose 17,23: Und es geschah am nächsten Morgen, als Mose in das Zelt des Zeugnisses trat, siehe, da sprosste der Stab Aarons, des Hauses Levis; er hatte ausgeschlagen und Blüten getrieben und trug reife Mandeln. 25 Der HERR aber sprach zu Mose: Trage den Stab Aarons wieder vor [die Bundeslade], dass er aufbewahrt wird als ein Zeichen[oth] für die Widerspenstigen, damit ihr Murren vor mir aufhört und sie nicht sterben müssen!(SLT)

Der blühende Mandelzweig vor der Bundeslade erinnert daran, welche Konsequenzen Rebellion gegen Yehovah haben kann – aber auch, dass Gott darüber entscheidet, wem er seine Autorität verleiht. Hier ist allerdings nicht der Mandelzweig an sich das Zeichen, sondern dass nur einer von 12 Zweigen über Nacht Blüten und Mandeln hervorgebracht hat, womit Yehovah seine Schöpferkraft und seine Souveränität unter Beweis stellt: die Entscheidung, wer berufen ist, liegt allein bei ihm. 

Der blühende Mandelzweig Aarons zeugt also von etwas Übernatürlichem.

1.5     Die Beschneidung

Das prägnanteste aller Zeichen – im Hinblick auf den menschlichen Körper – ist die Beschneidung:

1. Mose 17,10: Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. 11 Und ihr sollt am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden. Das soll ein Zeichen[oth] des Bundes sein zwischen mir und euch. (SLT)

Die Beschneidung ist ein Bundeszeichen für die Verheissung, dass Yehovah Abraham und seinem Samen das Land Israel für alle Zeiten gibt. Obwohl Gott es ist, der dies vollbringt, sollen seine Kinder dieses Zeichen aus Glauben an die Erfüllung dieser Verheissung tragen. Die physische Beschneidung steht aber auch symbolisch für das beschnittene Herz, auf dem die Torah geschrieben steht (5. Mose 30,6 und Jeremia 31,33) und ist somit ein physischer Ausdruck der geistlichen Haltung. 

1.6     Rückkehr zum Sinai

Am Berg Sinai sagt Yehovah aus dem brennenden Dornbusch folgendes zu Mose:

2. Mose 3,12: Ich will mit dir sein; und dies soll dir das Zeichen[oth] sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr an diesem Berg Gott dienen! (SLT)

Ein Zeichen kann also auch etwas sein, das man erlebt, in diesem Fall die Rückkehr Moses zum Berg Sinai mit dem gesamten Volk Israel, was sich tatsächlich erfüllte. Das physische daran ist die Tatsache, dass er mitsamt dem ganzen Volk ehemaliger Sklaven zu derselben Stelle zurückkehren wird. 

1.7     Die zehn Plagen

Doch dafür waren zehn Plagen in Ägypten nötig, Wunder Gottes, die seine Macht demonstrierten – wofür Yehovah den Hirtenstab Moses nutzte:

2. Mose 4,17: «Und nimm diesen Stab in deine Hand, mit dem du die Zeichen[oth] tun sollst!» (SLT)

Die letzte der zehn Plagen beinhaltete ein ganz physisches Zeichen: das Blut des Opferlammes an den Türpfosten.

2. Mose 12,13: Und das Blut soll euch zum Zeichen[oth] dienen an euren Häusern, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird euch keine Plage zu eurem Verderben treffen, wenn ich das Land Ägypten schlagen werde. (SLT)

Das Blut an der Tür bewahrte alle Erstgeborenen im entsprechenden Haus davor, in dieser Nacht zu sterben. Obwohl das Blut symbolischen Charakter hatte und auf den späteren Opfertod Yeshuas hinwies, verschonte es als physischer Token in dieser Nacht vor dem Tod. Auch die anderen Zeichen waren physischer Natur (Hagel, Tierplagen, Dunkelheit), jedoch hatten sie eine übernatürliche Komponente, weil sie einerseits auf ägyptische Götter abzielten und andererseits ab der vierten Plage zwischen Ägyptern und Hebräern unterschieden. 

1.8     Der Sabbat

Der Sabbat ist ein ewiges Zeichen zwischen Yehovah und den Kindern Israels (zu denen auch Fremde gezählt werden: 5. Mose 29,10):

2. Mose 31,13: Haltet nur ja meine Sabbate! Denn das ist ein Zeichen[oth] zwischen mir und euch für alle eure [künftigen] Geschlechter, damit ihr erkennt, dass ich [Yehovah] bin, der euch heiligt. 

17Er ist ein ewiges Zeichen[oth] zwischen mir und den Kindern Israels; denn in sechs Tagen hat [Yehovah] Himmel und Erde gemacht; aber am siebten Tag ruhte er und erquickte sich. (SLT)

Der Sabbat dient als Erinnerung daran, dass Yehovah es ist, der uns heiligt, und dass er die Welt erschaffen und am siebten Tag geruht hat. 

Dieses Zeichen bezieht sich auf die Wochentage und zeigt sich darin, dass wir den Samstag (von hebr. shabbath) als Ruhetag halten und Yehovah als Schöpfer der Welt anerkennen. Es enthält also eine physische und geistliche Komponente. 

1.9     Familienbanner

In der nächsten Bibelstelle steht das Wort othin etwa für das Wappen eines Hauses:

4. Mose 2,2: Die Kinder Israels sollen sich jeder bei seinem Banner und bei den Zeichen[oth] ihrer Vaterhäuser lagern; der Stiftshütte zugewandt sollen sie sich ringsum lagern.

Es ist ein physisches Feldzeichen, das eine Familie bzw. einen Stamm repräsentiert. 

1.10  Schlussfolgerung

Jetzt müssten wir eine Vorstellung der Bedeutung des hebr. Wortes othhaben. 

Bereits aus der Begriffsübersetzung oben lesen wir, dass es sich bei «Zeichen» nicht unbedingt um physische Merkmale handeln muss, die am Körper sichtbar sind – anhand der zitierten Bibelstellen stellen wir sogar fest, dass das eher die Ausnahme ist. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass othjeweils eine geistlich-symbolische und eine physische Komponente hat und sich generell auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bezieht. Dies sollten wir im Hinblick auf das Zeichen Yehovahs an Hand und Stirn genauso im Hinterkopf behalten, wie auch in Bezug auf das Malzeichen des Tieres.

2      Ein Zeichen an Hand und Stirn 

Es gibt drei Stellen im Alten Testament, die ein Zeichen an Hand und Stirn erwähnen. 

Ich starte immer am liebsten mit derjenigen, die ich als erstes entdeckt habe und mir auch sofort merken konnte, weil Kapitel- und Verszahl mit der aus der Offenbarung übereinstimmen, nämlich 13,16.

Zuerst aber die oft zitierte Bibelstelle mit Satans Kopie:

Offenbarung 13,16: Und [das Tier] bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichengegeben wird auf ihre rechteHandoder auf ihre Stirn. (SLT)

Und nun das Original im Alten Testament: 

2. Mose 13,16: Und das soll dir wie ein Zeichenin deiner Handsein und wie ein Erinnerungszeichen vor deinen Augen, dass uns [Yehovah] mit mächtiger Hand aus Ägypten herausgeführt hat. (SLT)

Ich finde es interessant – und praktisch, da leicht zu merken – dass hier sogar die Zahlen darauf hinweisen, dass diese beiden Bibelstellen einen Zusammenhang haben. 

Aber auch in Vers 9 desselben Kapitels wird dieses Zeichen erwähnt: 

2. Mose 13,9: Und es soll dir wie ein Zeichensein in deiner Handund ein Erinnerungszeichenvor deinen Augen, damit das Gesetz [torah] in deinem Mund sei, weil [Yehovah] dich mit mächtiger Hand aus Ägypten herausgeführt hat. 

Wenn Yehovah etwas innerhalb weniger Verse wiederholt, ist es eine beschlossene Sache und sehr wichtig, d.h. man sollte es sehr ernst nehmen.

2.1     Worauf bezieht sich das Zeichen Gottes?

Worauf aber bezieht sich nun dieses Zeichen Yehovahs in der Hand und vor den Augen?

Die Verse in 2. Mose 13,1-15 geben Auskunft darüber.

·   Die Heiligung aller Erstgeburt. Diese ist direkt mit dem Passahfest verknüpft, das durch das Blut eines Opferlammes vor dem Tod aller Erstgeborenen schützt.

·    Das Feiern des 7-tägigen Festes der ungesäuerten Brote, das am Tag nach Pessach anfängt. Den Tag des Auszugs aus Ägypten hat Yehovah als ersten Tag dieses Festes festgelegt. 

Diese beiden Punkte sind Teil der Torah, der Gebote Gottes. Das Einhalten dieser Bräuche bewirkt, dass die Torah uns auf der Zunge liegt. Als Yehovah nach 40 Jahren Wüstenwanderung der nächsten Generation seine Bundesbestimmungen vom Berg Sinai in Erinnerung ruft, erklärt er ausführlicher, was er damit meint:

5. Mose 6,6-9: Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, 7 und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; 8 und du sollst sie zum Zeichenauf deine Handbinden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augensein; 9 und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben. (SLT)

Eine weitere Bibelstelle bestätigt, dass es die Worte Gottes sind, die auf unserer Hand und über unseren Augen sein sollen:

5.  Mose 11,18: So nehmt euch nun diese meine Worte zu Herzen und in eure Seele, und bindet sie zum Zeichen [oth]auf eure Hand, und sie sollen zum Erinnerungszeichen über euren Augensein. 19Und ihr sollt sie eure Kinder lehren, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. 20 Und schreibe sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore, (SLT)

Konkret geht es also bei Yehovahs Zeichen an Hand und Stirn um die Torah, dem damals einzigen geschriebenen Wort Gottes. 

Wir sollen die Torah: 

  • stets auf dem Herzen tragen und uns zu Herzen nehmen
  • auf die Hand binden: danach handeln
  • stets vor Augen haben: lesen und darüber nachdenken (vgl. Psalm 1,2 + Josua 1,8)
  • stets auf der Zunge haben und sie den nachfolgenden Generationen einschärfen
  • an unsere Türpfosten schreiben

Das beinhaltet auch die Erstgeburt zu heiligen und Yehovahs Feste zu feiern (Passah, das Fest der ungesäuerten Brote etc., inkl. Sabbat). 

2.2     Die Erstgeburt heute heiligen

Aber wie können wir heute ohne Priesterdienst und Tempel die Erstgeburt heiligen? Und was bedeutete es damals überhaupt? 

Jeder erstgeborene Sohn in Israel war Gottes Eigentum. Da aber Gott nicht will, dass Kinder geopfert werden, musste anstelle jedes Erstgeborenen ein Tier sterben. So hat man anhand eines Tieropfers die Erstgeburt ausgelöst und im geistlichen Sinn für Gott geheiligt (abgesondert). 

Die ultimative Erstgeburt, die sich selbst als fehlerloses Lamm geopfert und dabei sein Blut vergossen hat, ist Yeshua, Gottes Sohn. Er hat sich von dem Weg der Welt, der Sünde, abgesondert bzw. ferngehalten und ist damit als Mensch komplett in Heiligkeit gewandelt. Wer an Yeshua glaubt und ihm nachfolgt, erfüllt damit die Heiligung der Erstgeburt im Zusammenhang mit Gottes Zeichen an Hand und Stirn. 

In Offenbarung 19,13nennt uns Johannes einen bisher unbekannten Namen von Yeshua, dem König der Könige und Herr der Herren: 

Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: «Das Wort Gottes».

In seinem Bericht über das Leben Yeshuas offenbart uns Johannes bereits, dass Yeshua das Wort Gottes in Person ist (Johannes 1,1). Wenn Yeshua also Gottes Wort ist und dieses die Torah enthält, ist Yeshua demnach auch die Torah. Dies zeigt uns eine weitere Dimension des Zeichen Yehovahs: wir sollen also auch Yeshua im Herzen, vor Augen und auf der Zunge haben, auf die Hand binden und an unsere Türpfosten schreiben. In der Liste oben könnte man also das Wort Torah auch einfach mit Yeshua ersetzen. 

Viele Christen sind der Überzeugung, dass sie Gottes Gebote nicht (mehr) halten müssen, weil Yeshua für uns gestorben ist und die Torah «erfüllt» hat. Wir haben aber gerade gesehen, dass Yeshua das Wort Gottes und demnach auch die Torah ist. Schon alleine wegen der Tatsache, dass Yeshua von den Toten auferstanden ist, lebt und sich nicht selber auflösen kann, müssen wir davon ausgehen, dass sein Wort inkl. der Torah lebendig ist und nie aufgelöst wurde.

Zudem sagt Yeshua in Matthäus 5,17 ausdrücklich, dass er nicht gekommen ist, die Torah aufzulösen. Das war nicht sein Auftrag. Sein Auftrag war, die Torah komplett einzuhalten (=zu erfüllen), sie zu lehren und zu Umkehr und Busse (Abwendung von Gesetzlosigkeit) aufzurufen. 

Gleichzeitig forderte er die Menschen auf, ebenfalls den Willen des Vaters zu tun und seine, Yeshuas, Gebote zu halten und ihn nachzuahmen, und machte dabei die Aussage, dass wir so die Liebe zu Gott demonstrieren:

Johannes 14,15:Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; 21Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; 23Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten.

Johannes 15,10:Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

1. Johannes 5,3:Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

2. Johannes 1,6:Darin besteht die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln.

Mit dem Verstand an Yeshua zu glauben geht also Hand in Hand mit der Befolgung der Torah, so wie das lebendige und geschriebene Wort eine untrennbare Einheit ist. 

Die Liebe ist tatsächlich ein gutes Beispiel um aufzuzeigen, dass Glaube, Überzeugung, Gefühle sich in Taten ausdrücken müssen, um beim anderen anzukommen. Ein Mann der eine Frau nur in seinen Gedanken liebt, wird nie ihr Herz erobern können, weil er seine Liebe zu ihr nicht demonstriert. Liebe muss sich in Worten, Taten, Verhaltensmustern etc. manifestieren, um als solche erkannt zu werden. 

Darum ist es für mich völlig unverständlich, wenn ein Christ sagt, dass er Yeshua liebt und an ihn glaubt, gleichzeitig aber davon überzeugt ist, diese Hingabe nicht mit seinem Lebenswandel ausdrücken zu müssen. Das ist als hätte Gott eine Ehefrau, die gerne unter seinem Schutz steht, an seinem Reichtum teilhat, sich von ihm versorgen lässt, sich aber gleichzeitig nicht für ihren Mann interessiert, keine Zeit für ihn hat, streitsüchtig und eifersüchtig ist und notorisch fremdgeht – und dabei erwartet, dass seine Liebe zu ihr in Ewigkeit nicht wanken wird. Welcher vernünftige Mann würde eine solche Frau lange halten?

Yehovah hat seiner Braut, dem Nordreich Israel, höchstpersönlich einen Scheidebrief ausgetellt, weil sie notorisch fremdgegangen ist bzw. beständig seine Torah übertreten und andere Götter angebetet hat (Jeremia 3,8). Gott ist zwar langmütig und gnädig, aber auch seine Güte hat irgendwo Grenzen!

Das Neue Testament bezeugt ebenso, dass ein Lippenbekenntnis nicht reicht: 

Jakobus 2,19: Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es – und zittern! (SLT)

Die Dämonen glauben also, dass es einen Gott gibt. Sie zittern sogar aus Angst oder Ehrfurcht vor ihm. Aber wird sie das retten? Nein. Warum nicht? Weil sie ihm trotzdem nicht dienen, ihn nicht lieben und keine Ehre erweisen. Sie wissen zwar, wer der Schöpfer ist, drücken aber mit ihrem Verhalten aus, dass Satan ihr Herr ist. So rettet sie weder ihr Glaube an Gott noch ihr Wissen um ihn. 

Nur der Glaube, der sich in Taten ausdrückt ist überzeugend. 

Jakobus 2,18: «Du hast Glauben, und ich habe Werke. Beweise mir doch deinen Glauben aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben beweisen!» 24So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein. 25 Ist nicht ebenso auch die Hure Rahab durch Werke gerechtfertigt worden, da sie die Boten aufnahm und auf einem anderen Weg entließ? 26 Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot.

Jakobus vergleicht hier Glaube und Werke mit Leib und Geist, Staub und Ruach. Für ihn ist der Glaube eine leblose Hülle, wenn ihm nicht durch Werke Leben eingehaucht wird! 

Haben wir da richtig gelesen? Der Glaube ist tot ohne Werke – nicht umgekehrt? Glaube ohne Werke ist in Gottes Augen Staub, denn daraus ist der menschliche Körper gemacht (vgl. 1. Mose 2,7). Unsere Taten sind es, die Gott mit seinem Schöpfergeist Ruachverbindet!

Wie in einer Ehe muss man dieser Entscheidung für Gott jeden Tag mit seinem Verhalten demonstrieren. Es kann ein Kampf sein, seiner Liebe zum Ehepartner konstant Ausdruck zu verleihen, v.a. in Zeiten, wo man vom anderen enttäuscht ist oder sich unfair behandelt fühlt – wieviel leichter sollte es uns daher fallen, unsere Liebe zum himmlischen Vater, der uns niemals enttäuscht, tagtäglich unter Beweis zu stellen!

Dies ist ein Lernprozess. Niemand kann das vom ersten Tag an perfekt, vielleicht auch gar nie. Was zählt, ist die Bereitschaft, die wir an den Tag legen, der Beweis, dass wir uns ehrlich darum bemühen, die Liebessprache unseres Geliebten Schöpfers zu erlernen. Habe ich die Haltung, wieder aufzustehen, auch wenn ich schon tausendmal gestolpert bin, für die wichtigste aller Beziehungen Opfer zu bringen oder gebe ich bei der ersten Herausforderung kampflos auf?

Ja, Gott sieht unser Herz, kennt unsere Absichten und bringt sicher viel Verständnis für uns auf – für unsere Vergangenheit, die Prägung in der Kindheit, Muster die uns anerzogen wurden. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass die Entscheidung für oder gegen ihn bei uns alleine liegt und wir dafür keine Entschuldigung vorschieben können. 

Jeder Mensch sollte sich also die Frage stellen: wie reagiere ich auf dieses Liebesbekenntnis Gottes?

Jeremia 31,3: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade. (SLT)

Gottes Liebe zu seinen Geschöpfen ist unerschütterlich, trotzdem hält sie ihn nicht davon ab, unsere Entscheidung zu akzeptieren und entsprechend Konsequenzen zu ziehen. Aber gerade weil er jeden so liebt, bricht es ihm das Herz, auch nur einen einzigen in Ewigkeit zu verlieren! Ich bin überzeugt, dass sein Schmerz über diesen Verlust so gross war, dass er sogar den Schmerz in Kauf nahm, seinen geliebten Sohn am Kreuz qualvoll sterben zu sehen.

2.3     Ein körperliches Merkmal?

Da das Malzeichen des Tieres oft als physisches Mal an oder in Hand und Stirn verstanden wird, möchte ich als nächstes diesen Aspekt des Zeichens Gottes anschauen. 

Wenn man 2. Mose 13,9 + 16 genau liest, wird ersichtlich, dass hier nicht von zwei Zeichen die Rede ist, von denen je eins an der Hand und eins an der Stirn angebracht wird. Das Wort Zeichen bezieht sich auf die vorangegangenen Anweisungen bzw. auf das, was das Volk Israel beachten und tun soll. Auch sagt Gott, dass diese Dinge WIE ein Zeichen an Hand und Stirn sein sollen und nicht, DASS sie ein Zeichen an Hand und Stirn sind. 

Da es sich beim Zeichen Gottes, wie in 2. Mose 12,1-16 aufgezeigt wird, um das Einhalten und Lehren der Torah, das Feiern von Gottes Festen und die Heiligung der Erstgeburt handelt, können wir annehmen, dass das Zeichen des Antichristen auch mit Lebenswandel, Haltung und Handlungen zu tun hat. Und da das Zeichen Gottes seit Jahrtausenden existiert und die Menschen seit dem Sündenfall Satan dienen, liegt auch die Schlussfolgerung nahe, dass es das Zeichen Satans schon seit dem Fall der Menschen gibt. 

Es ist möglich, dass in den letzten Tagen vor der Wiederkunft Yeshuas ein Zeichen in Form eines Impf-Tattoos eingeführt wird, das die Systemtreuen (bewusste oder unbewusste NWO-Befürworter) von den Systemgegnern trennt, allerdings wäre das dann nur ein äusserliches Merkmal einer Philosophie und eines antichristlichen Systems, das seit Jahrtausenden existiert. 

Antibedeutet übrigens nicht nur ‹gegen›, sondern auch ‹anstelle von› und antesogar ‹vor›. Diese falschen Christusse sind nach aussen hin also nicht per se gegen Yeshua, sondern geben sich als seinen Stellvertreter aus und offenbaren sich VOR der Wiederkunft des echten Messias. Yeshua hat in Matthäus 24 sogar prophezeit, dass viele falsche Christusse kommen werden. 

Was ich damit sagen will ist Folgendes: das Zeichen des Tieres ist schon längst in Gebrauch, so wie auch das Zeichen Gottes schon lange Gültigkeit hat. Wenn es wirklich ein physisches Zeichen an Hand und Stirn wäre, müssten alle Menschen seit Jahrtausenden physische Merkmale haben, die sie als Nachfolger Gottes oder Diener Satans ausweisen. Da dem aber nicht so ist, müssen wir davon ausgehen, dass sich dieses Zeichen auf unseren Lebenswandel bezieht, der in den Gedanken (Stirn) anfängt und entsprechende Handlungen (Hand) nach sich zieht. 

In dieser Hinsicht ist das Zeichen physisch, aber eben kein körperliches Mal an Hand und Stirn wie etwa der rote Punkt an der Stirn verheirateter Inderinnen. 

2.4     Ein Siegel an der Stirn

Gott lässt seinen treuen Kindern ein geistliches Zeichen auf die Stirn drücken, wie in Hesekiel und Offenbarung erwähnt wird. 

Hesekiel 9,4: Und der HERR sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Zeichen[tav] auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über all die Gräuel, die in ihrer Mitte verübt werden! (SLT) 

Offenbarung 7,3: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben!

Hier wird im Urtext ein anderes Wort für Zeichen benutzt, nämlich tav, was ‹Markierung›, ‹Signatur, ‹Unterschrift, ‹Bund, ‹Siegel meint und aus der Wurzel tavah‹kratzen, ‹eingrenzen, ‹prägen hervorgeht. Das Prägen einer Signatur kennen wir z.B. von früher, wo ein Brief mit Wachs versiegelt wurde, z.B. anhand eines Siegelrings. Eine genauere Übersetzung für tavwäre hier also «Siegel».  

Wer das hebräische Alphabet kennt, kommt nicht umhin, tavmit dem 22. und letzten Buchstaben in Verbindung zu bringen. Die hebräischen Schriftzeichen waren ursprünglich Piktogramme, also vereinfachte bildhafte Darstellungen, vergleichbar mit den ägyptischen Hieroglyphen. So symbolisiert z.B. aleph(a) einen Stierkopf, während tav(t) für Kreuz oder Bund steht. 

In Alt- und Mittelhebräisch wurde das tavfolgendermassen geschrieben: 

Man nimmt an, dass das tav, dass anfangs ähnlich wie ein tbzw. xaussah, zwei gekreuzte Holzstäbe symbolisiert, die eine wichtige Stelle markieren, z.B. einen Ort, wo ein Bund geschlossen wurde. Manche sind der Meinung, dass das tavgar aus zwei vav(v) zusammengesetzt ist, da das vaveinen Nagel symbolisiert und als Strich wie ein I geschrieben wird. Ob das✗nun aus zwei Holzstöckchen oder zwei Nägeln zusammengesetzt ist, macht keinen Unterschied, da die Kreuzsymbolik im Kontext der Bibel an Yeshuas Tod am Kreuz erinnert, wo Yeshua den Bund mit seiner Braut erneuerte. 

Das Symbol, das Hesekiel auf die Stirn derer zeichnen sollte, die über die Gesetzlosigkeit wehklagten, könnte also ein Kreuz gewesen sein. Dies wird umso deutlicher, wenn man im Vers das Wort tavnicht übersetzt, sondern die hebräische Form beibehält:

Hesekiel 9,4: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein [tav] auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über all die Gräuel, die in ihrer Mitte verübt werden! (SLT) 

Yehovah sagt also in anderen Worten: «Male ein/✗(als Bundessymbol) auf die Stirn». 

Aber auch Offenbarung 14,1gibt uns Auskunft darüber, was dieses Siegel beinhaltet:

Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion, und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die trugen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben. (SLT)

Es ist der Name des Vaters: Yehovah. 

Handelt es sich dabei um dasselbe Siegel wie bei Hesekiel? Wenn ja, wie lässt sich ein ✗auf der Stirn mit dem Namen Gottes vereinbaren? Meiner Meinung nach problemlos. Denn tavbedeutet ja auch Signatur oder Unterschrift (vgl. Hiob 31,35). Bei einer Signatur oder Unterschrift muss das Geschriebene nicht leserlich sein, wichtig ist lediglich, dass sie immer gleich ist und Wiedererkennungswert hat bzw. dass 100% klar ist, welcher Person diese zuzuordnen ist. 

Es ist also möglich, dass Yehovah das tavals persönliche Signatur nutzt und ein Beobachter einmal von einem Kreuz spricht und ein andermal von Gottes Name, da das Kreuz als Synonym für seinen Namen steht. 

Nun stellt sich aber die Frage, warum der Name des Vaters mit dem Kreuz in Verbindung gebracht wird, wenn doch sein Sohn Yeshua für uns gestorben ist. Die Antwort ist wiederum einfach: weil der Vater und der Sohn eins sind (Johannes 10,30) und darum beide denselben Namen tragen (vgl. Sacharja 2,12-13) – Yehovahist der Name des Vaters, Yehoshua‹Yehovah rettet› der Name des Sohnes. Also steht auf der Stirn der Name des Vaters UND des Sohnes, was viele Übersetzungen in Offenbarung 14,1 auch so wiedergeben.

Der Buchstabe tav wird in der Bibel ohnehin mit Yeshua in Verbindung gebracht. 

In Offenbarung 1,11 sagt Yeshua nämlich von sich, dass er das alephund das tavist, der Erste (Buchstabe) und der Letzte (Buchstabe), das A und das O àins Deutsche übertragen das A und das Z. Es ist also nicht weit hergeholt, das tavals seine persönliche Signatur zu verstehen.

Im modernen Hebräisch sieht das taveher aus wie ein Türrahmen:             ח

Dieses Symbol erinnert an das Passahfest, wo die Israeliten das Blut eines Lammes an den Türrahmen streichen sollten, um ihre Erstgeborenen vor dem Tod zu schützen. Das erste Passah wies bereits auf den späteren Opfertod Yeshuas hin, was das tav-Siegel auf eine weitere Weise mit Yeshua in Verbindung bringt. Diese zweite Bedeutung schlägt auch den Bogen zurück zur ursprünglichen Stelle in 2. Mose 13, welches die Zeichen an Hand und Stirn mit dem Passahfest, dem Fest der ungesäuerten Brote und der Heiligung der Erstgeburt (Yeshua) verbindet. 

Aber nochmal zurück zur allgemeinen Bedeutung eines Siegels. Dieses steht für die Autorität eines Königs oder Herrn, für den Namen dessen, der ein Dokument bevollmächtigt oder ein Schreiben verfasst hat. Es steht auch für dessen Schutz, wie wir hier sehen, denn alle, die den Namen Yehovahs auf der Stirn tragen, werden verschont – getreu der Verheissung in Joel 2,31:

Und es wird geschehen, ein jeder, der den Namen Jehovas anrufen wird, wird errettet werden. (ELB 1905)

Wovor werden sie verschont bzw. was erwartet die, die das Siegel des Fürsten der Welt annehmen? Darüber gibt uns die Offenbarung noch detaillierter Auskunft.

Offenbarung: 9,4: Und es wurde ihnen gesagt, dass sie dem Gras der Erde keinen Schaden zufügen sollten, auch nicht irgendetwas Grünem, noch irgendeinem Baum, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben. (SLT)

Offenbarung 14,9: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, 10 so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. 11 Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und die das Tier und sein Bild anbeten, haben keine Ruhe Tag und Nacht, und wer das Malzeichen seines Namensannimmt. 

Wem ist aufgefallen, dass es sich beim Malzeichen um den Namen des Tiers handelt? So wie Gott seine Schäfchen mit seiner persönlichen Signatur kennzeichnet, benutzt auch das Tier den eigenen Namen, um seine Herde als sein Eigentum zu markieren. Wer statt Gottes Siegel das Malzeichen Satans hat, erntet den zweiten, endgültigen Tod, die Auslöschung seiner Existenz und wird zu seinen Lebzeiten weder Ruhe haben noch Frieden finden in seinem Herzen. 

Interessanterweise endet dieses Kapitel mit Worten, die meiner Meinung nach 2. Mose 13,1-16 zusammenfassen und darauf verweisen – man bedenke, dass Johannes zu seinen Lebzeiten nur das Alte Testament als inspirierte Schrift kannte:

Offenbarung 14,12: Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren! (SLT)

Gemäss alttestamentlicher Termini könnte man den Vers folgendermassen umformulieren: «Hier sind die, die die Torah halten und die Erstgeburt heiligen (durch Yeshua)». Der obige Vers und der folgende fassen also zusammen, was es heisst, Yehovahs Zeichen an Hand und Stirn zu haben:

Offenbarung 12,17:Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Samen,welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.

2.5     Die Gültigkeitsdauer des Zeichens

Eine wichtige Frage stellt sich bei all diesen Bibelstellen. Wie lange haben diese Zeichen Gültigkeit? Im Fall des Regenbogens «auf ewige Geschlechter hin», bei den Gestirnen solange Himmel und Erde bestehen. Aarons Stab solange er nicht aus der Bundeslade genommen und zerstört worden ist.

Die Dauer der Gültigkeit dieser Anweisungen in 2. Mose 13,1-16 ist «Jahr für Jahr» (Vers 10). Yehovah sagt mit keinem Wort, dass dieser Brauch je aufhören soll. Auch beinhalten diese Ordnungen, dass man diese Bräuche an seine Kinder weitergeben soll – in anderen Worten also «von Generation zu Generation», ein Terminus, den Yehovah oft gebraucht, um zu sagen, dass es sich um eine ewige Bestimmung handelt.

Das bedeutet, dass diese Worte auch heute noch Gültigkeit haben und ebenso an Gottes Kinder der Gegenwart in der Zerstreuung gerichtet sind, wie sie an das physische Volk Israel gerichtet waren – ganz besonders, da Yehovah diese Bestimmungen seither nicht widerrufen hat! Denn es ist der König, der die Gesetze in seinem Reich erlässt, nicht ein Mensch. Weder ein falsch verstandener Paulus, noch ein jüdischer Rabbi, weder eine katholische Kirche noch ein postmoderner Theologe können auch nur den winzigsten Gesetzesparagraphen im Buch der Bücher ändern – weil nur der König allein diese Autorität hat. Und wenn dieser sagt, dass eine Bestimmung so lange währt, bis Himmel und Erde vergehen, dann bleibt sie bestehen, bis Himmel und Erde vergehen. Punkt.

3      Die Zahl 666

Für die Bedeutung der Zahl des Tieres in Offenbarung 13,18 gibt es noch zahlreichere Auslegungen, wie für das Zeichen des Tieres. Vielleicht weil es eine Art Synonym ist für das Zeichen und den Namen des Tieres?

Schauen wir uns die Verse dazu nochmal an:

Offenbarung 13,16-18: Und [das Tier] bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier ist die Weisheit! Wer das Verständnis hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist 666. (SLT)

Hier eine Handvoll möglicher (Be)Deutungen der genannten Zahl.

3.1     Salomo

Vers 18 fängt mit dem Schlagwort «Weisheit» an und endet mit der Zahl 666. 

Wie ich bereits beim Studium des Wortes «Zeichen» erklärt habe, ist es immer wichtig zu forschen, in welchem Zusammenhang bestimmte Begriffe – oder auch Zahlen – in der Bibel schon vorgängig erwähnt wurden.

Die Bibel nennt König Salomo den weisesten Mann der Erde und die biblischen Weisheitsbücher Sprüche und Prediger stammen aus seiner Feder. Als Gott Salomo fragte, was er sich als frisch gekrönter König wünscht, hat er nicht um Reichtum, sondern um Weisheit gebeten. Um das zu honorieren, hat Gott ihm nebst grosser Weisheit aber auch unermesslichen Reichtum geschenkt – was uns zu einer alttestamentlichen Stelle in der Bibel mit der Zahl 666 führt: 

2. Chronik 9,13:Das Gewicht des Goldes aber, das bei Salomo in einem Jahr einging, betrug 666 Talente Gold.

Salomo nahm also jährlich 666 Talente Gold ein, was ungefähr 22 t entspricht. Das war ein Vermögen, wenn man bedenkt, dass ein einziges Kilo Gold heute einen Wert von CHF 52’731 hat[3]!

Mit dem Thema Weisheit zusammen hätten wir jetzt zwei Bezugspunkte zu Offenbarung 13,18. Warum aber sollte ausgerechnet der vielgerühmte König Salomo mit der Zahl des Tieres irgendetwas zu tun haben?

Die Antwort liegt möglicherweise darin, dass er trotz all seiner Weisheit einen fatalen Fehler machte: er hat sich nicht nur 1000 Frauen genommen, sondern auch solche, die anderen Göttern dienten, u.a. eine Ägypterin. Diese verführten ihn dazu, sich von Yehovah abzuwenden, für den er den Tempel errichtet hatte, und anderen Göttern Altäre zu bauen und zu opfern. 

So lernte er vieles über okkulte Praktiken und wurde zum Vorbild der Freimaurer. Jedenfalls behaupten diese, dass ihre Erleuchtung und pyramidenartig aufgebaute Geheimgesellschaft im okkulten Wissen Salomos ihren Anfang nahm. 

Es ist gut möglich, dass die Stelle in der Offenbarung sich u.a. auf Salomos Weisheit und jährlichen Goldeinnahmen bezieht, um auf Salomos Geheimlehre und das okkulte System des Tieres hinzuweisen. Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit, die Verbindung zu Salomo auszulegen, für die ich eine weitere Stelle in der Offenbarung hinzuziehen muss. 

3.2     Zwei Drittel der Engel?

666 ist in Prozenten gesehen 2/3 (66,6%). Es gibt eine Stelle in der Offenbarung, wo von 1/3 der Engel die Rede ist, also 33,3%. Dies ist der Anteil der gefallenen Engel, die mit Satan auf die Erde geworfen wurden:

Offenbarung 12,3:Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: siehe, ein großer, feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen; 4 und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sternedes Himmels nach sich und warf sie auf die Erde. 9Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt; er wurde auf die Erde hinabgeworfen, und seine Engelwurden mit ihm hinabgeworfen. (SLT)

Demnach blieben 66,6% Engel (= Sterne) bei Gott im Himmel. In diesem Kontext könnte man also sagen, dass 66,6 für die Übermacht Gottes steht und 33,3 für die Unterlegenheit Satans. Die Ursünde Satans war aber, sich über Gott erheben zu wollen bzw. seinen Platz auf dem Thron einnehmen zu wollen:

Jesaja 14,12: Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen! 13 Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: ‹Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden; 14 ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleichmachen!›

Daher glaube ich, dass Satan mit aller Macht anteilsmässig nach der «Mehrheit» strebt und sich 66,6% zum Ziel gemacht hat: Die Zahl, die für Gottes Reich und Überlegenheit steht – weil er eben nichts selber erschaffen kann, nicht einmal eine Zahl. Er kann nur kopieren, was Gott gemacht und sich ausgedacht hat, und für seine Zwecke missbrauchen. Wenn die Zahl 666 Gottes Zahl ist, dann muss Satan sie sich zu eigen machen wie ein Kind, das immer genau das Spielzeug will, mit dem gerade ein anderes Kind spielt. 

So könnte man auch Salomos 666 Talente Gold einfach als ein Zeichen der Gunst Gottes verstehen und die Weisheit, den Ruhm und den Reichtum Salomos als eine weiteres erstrebenswertes Ziel Satans verstehen.

3.3     Vatikanisch für «Papst»?

Da wir uns gerade mit dem grössten König Israels (nebst David und Yeshua) befasst haben, liegt es nahe, den mächtigsten König unseres Zeitalters zu erwähnen: den Papst. Auch er ist unermesslich reich, besitzt die meisten Immobilien und die grösste Landfläche der Welt und ist Gottes Stellvertreter auf Erden – jedenfalls behauptet er das seit über 1700 Jahren! 

So soll ein lateinischer Papsttitel Vicarius Filii Dei(‹Statthalter des Sohnes Gottes›) lauten, was gemäss römischem Zahlenwert 666 ergibt. Dies ist eine interessante These, da Offenbarung 13,18 dazu auffordert, die Zahl vom Namen des Tieres zu berechnen. 

Ob dieser Titel nun tatsächlich existiert oder nicht sei dahingestellt, Tatsache ist jedenfalls, dass das Papsttum bzw. der Vatikan die Voraussetzungen für das antichristliche System erfüllt, was bereits Luther und Zwingli erkannt haben: 

Der antichristliche Geist kommt aus den Reihen der Gläubigen (1. Johannes 2,19), hat sich an Christi Stelle gesetzt (Jesaja 14,13), Festzeiten und Gesetze geändert (Daniel 7,25: z.B. Sonntag anstelle vom Sabbat) und lässt sich Vater (Papst= ‹Papa›) nennen, obwohl Yeshua in Matthäus 23,9 sagt, dass wir nur einen Vater haben, nämlich den Vater im Himmel und daher niemanden auf der Erde so nennen sollen.

Das Thema Antichrist ist so umfangreich, dass ich dieses in einem anderen Blogpost behandeln werde. Hier sei nur noch darauf hingewiesen, dass der Vatikan aus biblischer und weltpolitischer Sicht alle Kriterien für die vierte prophezeite Weltmacht aus Daniel 7 erfüllt und demnach auch das Tier aus dem Wasser in Offenbarung 13 sein muss. Also ist es nicht weit hergeholt, das Papsttum mit der Zahl 666 – und dem Zeichen des Tieres – in Verbindung zu bringen. 

3.4     Arabisch für «Im Namen Allahs»?

Wahrscheinlich ist es weniger bekannt, dass die katholische Kirche im sechsten Jahrhundert den Islam ins Leben gerufen hat, was uns zur nächsten möglichen Bedeutung der Zahl 666 führt. 

Die drei griechischen Buchstaben im Urtext, die in der Bibel mit 666 übersetzt werden, sollen demnach für arabische Zeichen stehen. Wenn man die ersten beiden Buchstaben um 90° nach rechts dreht und spiegelt, kann man «Im Namen Allahs» entziffern. Der dritte Buchstabe «x» symbolisiert gekreuzte Schwerter. 

So tragen muslimische Kämpfer schon seit Jahrzehnten Armbinden und Stirnbänder, auf die genau diese drei «Buchstaben» bzw. arabischen Wörter geschrieben sind: also 666 auf «Hand» und Stirn. 

Viele Menschen denken, dass die Muslime die grössten Feinde Gottes und der Christen sind. Sicherlich sind sie Teil des antichristlichen Systems, ich bin allerdings der Meinung, dass sie lediglich Handlanger des Vatikans sind, um den Menschen Angst einzujagen und die Drecksarbeit zu erledigen, während die wirklichen Drahtzieher (der weisse, graue und schwarze Papst, General des Jesuitenordens) sich wie Wölfe in Schafspelzen verstecken und vorgeben, um Weltfrieden bemüht zu sein. 

4      Kaufen und Verkaufen 

Es gibt unzählige Stellen in der Bibel, die gerne nur geistlich bzw. allegorisch verstanden werden, d.h. wo man nicht glaubt, dass Gott sie wörtlich meint. Ein Paradebeispiel dafür ist die Schöpfungsgeschichte, die besagt, dass die Welt in 6 Tagen erschaffen wurde. Im Zeitalter der atheistischen Evolutionstheorie lassen sich viele Christen dazu hinreissen, aus einem solchen «Tag» tausende oder gar Millionen von Jahren zu machen. 

Bei der Bibelstelle, wo es um das Malzeichen des Tieres geht, verhält es sich jedoch genau andersrum. Hier wird alles wörtlich verstanden: das Zeichen ist physisch und erlaubt das Kaufen und Verkaufen aus wirtschaftlicher Sicht. Eine Interpretation des Malzeichens des Tieres aus geistlich-allegorischer Sicht hingegen ist mir noch nicht oft begegnet. 

Mir erscheint es sehr willkürlich, eine Bibelstelle rein allegorisch zu verstehen und eine andere rein wörtlich – wer bestimmt denn darüber, was wie verstanden werden muss? Um konsequent zu sein, müsste die Bibel immer entweder rein wörtlich ODER rein geistlich ausgelegt werden und nicht nach Gutdünken einmal so und einmal so.

Es ist allerdings eine Tatsache, dass die Bibel durchs Band weg immer eine wörtliche (physisch-historische) und allegorische (geistliche) Bedeutung hat – so wie auch die menschliche Seele aus physischem Staub und dem Geist des Lebens zusammengesetzt ist (1. Mose 2,7). Darum ist es im Zusammenhang mit Offenbarung 13,16 naheliegend, den geistlichen Aspekt des Kaufens und Verkaufens in der Bibel in die Auslegung einfliessen zu lassen. 

Dass Gottes Wort das Kaufen und Verkaufen auch in einem geistlichen Kontext kennt und nennt, ist mir zwar schon länger bewusst, aber bis vor kurzem bin ich nie auf die Idee gekommen, dieses Verständnis auf die Offenbarung 13,16 zu beziehen. Den Anstoss zu diesen Überlegungen gab mir ein Video von «119 ministries» über das Zeichen des Tieres.[4]

In der Zeit der Richter verkauft Yehovah den Hauptmann der Kanaaniter, Sisera, in die Hand von Jael, die ihn im Schlaf mit einem Zeltpflock erschlägt (Richter 4,9). Aber auch umgekehrt verkauft er die Israeliten an feindliche Völker (Richter 2,14; 3,8; 4,2; 10,7): der Grund dafür ist, dass sich sein Volk von ihm abgewendet hat und anderen Göttern opfert. Dies erscheint uns vielleicht als eine harsche Handlung Gottes, aber nicht im Hinblick darauf, dass sich Israel höchstpersönlich wie eine Prostituierte an fremde Götter verkauft hat:

Hosea 2,7: Denn ihre Mutter hat Hurerei getrieben; die [Judas und Israels Söhne] geboren hat, bedeckte sich mit Schande; denn sie sprach: «Ich will doch meinen Liebhabern nachlaufen, die mir mein Brot und Wasser geben, meine Wolle, meinen Flachs, mein Öl und meinen Trank!» (SLT)

Für ihren Götzendienst erhielt Israel als Lohn Brot und Wasser, Öl und Wein – hier im übertragenen Sinn gemeint. Was Gott davon hält, wenn wir uns bei einer anderen Quelle als ihm sättigen, lesen wir in Jesaja 55,1-2

Wohlan, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser; und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! 2 Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen, und eure Seele soll sich laben an fetter Speise! (SLT)

Hier geht es um das Erwerben von geistlichem Brot, Wasser, Wein und Milch, das wirklich sättigt. In Vers 2 sehen wir, was damit gemeint ist: auf Gott hören, also seine Gebote halten bzw. auf seinem Weg wandeln. Yeshua, die lebendige Torah, ist dieses Brot und das Wasser des Lebens – wahrscheinlich nimmt er in Johannes 6,35 Bezug auf diese Stelle in Jesaja. Und Offenbarung 22,17 betont noch einmal, dass das Wasser des Lebens kostenlos ist.

In einer weiteren Stelle in der Offenbarung fordert Yeshua uns höchstpersönlich dazu auf, von ihm geläutertes Gold und reine Kleider zu kaufen: 

Offenbarung 3,18: Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst! (SLT)

Hier spricht er zu Gläubigen, deren Werke lauwarm sind, d.h. solche, die eine lasche Art haben, ihren Glauben auszuleben. Der Punkt, den er dabei anspricht ist, dass sie ihre Sicherheit in irdischem Überfluss suchen statt in ihm – und dabei übersehen, dass sie aus geistlicher Sicht arm, nackt und blind sind.

Das Wasser und das Brot des Lebens kosten zwar kein Geld, aber trotzdem erfordern sie von uns ein Opfer. Zuerst einmal müssen wir uns entscheiden, uns von allem Unreinen abzusondern, diesem den Rücken zuzukehren und den Willen Gottes als Massstab für unser Leben anzunehmen. Das kann sehr viel kosten. Unsere «Opfer» verblassen aber angesichts dessen, was Yeshua uns im Tausch dafür gibt: die Vergebung der Sünden und das ewige Leben unter der Herrschaft Yehovahs, dem König der Herrlichkeit.

Beim Erwerb von geistlichen Dingen geht es also darum, wessen Willen wir tun. 

Wenn wir uns fremden Göttern zuwenden, erwerben wir geistlich gesehen deren Speis und Trank und Rohstoffe: Macht, Erfolg, Reichtum, Vergnügen ohne Grenzen und ein unbeschwertes Leben ohne Regeln, das auf dem direktesten Weg ins Verderben führt. Äusserlich scheint dieser Weg wunderschön und verlockend, breit, eben und ohne Hindernisse zu sein, aber nur der schmale Weg, der sich an Gottes Ordnungen orientiert, führt zu echter Erfüllung, Frieden, Freude und Liebe – und in das ewige Leben.  

Matthäus 7,13-14: Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen.              14Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. (SLT)

Wer den breiten Weg wählt, erhält das Malzeichen des Tieres und wird daher auch aus materieller Sicht nach Herzenslust Kaufen und Verkaufen können. Im Gegensatz dazu wird den Gegnern dieses antichristlichen Systems auch aus wirtschaftlicher Sicht das Leben schwergemacht. Dies zeigte sich z.B. im Mittelalter, wo die Juden viele Berufe nicht ausüben durften und gesellschaftlich geächtet und gemieden wurden. Und nicht wenige Christen wurden im Laufe der Jahrhunderte enteignet und vertrieben. 

Auch in der westlichen Welt ist heute eine sehr reale Form von «Ächtung» im Gange:             Zahlreiche YouTube Kanäle und Videos werden ohne Vorwarnung gelöscht, weil die Betreiber unangenehme Sachen ans Licht bringen, populäre Meinungen in Frage stellen und für die Wahrheit einstehen – wie viele werden so einer wichtigen Einnahmequelle beraubt? Wo man hinsieht wird zensiert, Naturheilkundler als Scharlatane verschrien, Bibelgläubige als gefährliche Fundamentalisten hingestellt und, ganz aktuell, Masken- und Impfverweigerer als eine Gefahr für die Menschheit bezeichnet – und zwar oft von Menschen, die ihnen vor der Corona-Plandemie noch nahestanden. Eine nie dagewesene Kluft zwischen Systembefürwortern und -gegnern ist sich am Auftun.

Sind wir bereit, trotz Entfremdung von uns nahestehenden Menschen am schmalen Weg festzuhalten und unserem Schöpfer zu vertrauen, dass er uns versorgt?

5      Wofür steht denn nun das Malzeichen des Tieres? 

Um den Bogen wieder zum eigentlichen Thema zu schlagen: wenn die Bibel schon beschreibt, dass es leichter ist, den breiten Weg zu gehen, können wir auch davon ausgehen, dass es leicht ist, das Malzeichen des Tieres anzunehmen, weil der Mensch lieber selber entscheidet, was richtig und falsch ist, als sich von seinem Schöpfer «reinreden» zu lassen. Ich behaupte sogar, dass dieses Malzeichen eine Art Synonym ist für den breiten Weg, denn die Stirn steht für unsere Gedanken, Überzeugungen, Haltungen – also unseren Glauben – während die Hand für unsere Taten, Handlungen und Lebensweise steht – die Werke. 

Nur die, «welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren» (Offenbarung 14,12), erhalten das Zeichen Yehovahs an Hand und Stirn, von dem in 2. Mose 13,9 + 16 und 5. Mose 6,8 die Rede ist: alle anderen erhalten das Malzeichen des Tieres – und zwar nicht erst in den letzten Tagen, der grossen Trübsal! Es gibt keinen neutralen Boden, sondern nur ein «für Gott» oder «gegen Gott». Das war schon immer so und wird so bleiben, bis Yeshua wiederkommt.

Wenn es das Zeichen Yehovahs schon seit Jahrtausenden gibt, wird es sich Satan nicht genommen haben lassen, ein eigenes solches Erkennungszeichen für seine «Schäfchen» anzubieten, statt bis kurz vor Yeshuas Wiederkunft damit zu warten, da er ja alles kopiert und verdreht, was Gott erschaffen und sich ausgedacht hat. 

Das Zeichen des Tieres angenommen zu haben bedeutet, dass man unbehelligt leben kann, ohne die Gefahr, verfolgt und gesellschaftlich geächtet zu werden. Man kann physisch und geistlich gesehen alles kaufen, was das Herz begehrt, ohne jegliche Einschränkungen. Denn warum sollte Satan einem Menschen Steine in den Weg legen, der sowieso dabei ist, durch seinen Lebenswandel ins Verderben zu laufen? Das wäre reine Zeitverschwendung. 

Was ihn aber rasend macht vor Wut sind treue, kompromisslose, hingebungsvolle Nachfolger Yeshuas, weil diese als Lohn das ewige Leben erhalten. Satan hasst das Leben, darum zerstört er es auch auf jede nur erdenkliche Weise und darum geht er seit Jahrtausenden vehement gegen alle Kinder Gottes vor:

Offenbarung 12,17: Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben. (SLT)

Er geht seit mindestens 2000 Jahren gegen die vor, die an Yeshua glauben und ihn in allem imitieren (= Glaube und Werke). Diese Verfolgung wirkt sich auch auf die Möglichkeit aus, materielles und «geistliches» Gut zu kaufen. Wer zum antichristlichen System des Tieres Nein sagt dem wird das Leben schwergemacht (werden).

In naher Zukunft könnte das bedeuten, dass man ohne Corona-Impfung nicht mehr arbeiten, keinen Supermarkt mehr betreten, kein Konto mehr führen darf und somit auch keinen Zugriff mehr hat auf Geld (sobald das Bargeld abgeschafft ist), oder kein Anrecht mehr auf medizinische Behandlung hat. Impfverweigerer könnten von Familie, Freunden und Nachbarn geächtet und verraten werden und es könnte sogar so weit gehen, dass Kinder ihren Eltern entrissen werden, man in eine psychiatrische Klinik oder eine andere Art von «Erziehungsanstalt» eingewiesen wird oder sonst wie vom Staat bestraft wird. 

Allzu unrealistisch ist dieses Szenario nicht mehr, wenn man bedenkt, dass das Fliegen in Zukunft ohne Corona-Impfung nicht mehr möglich sein soll und Menschen in Deutschland heute schon Maskenbefreiungsatteste aussen an ihre Jacken heften, damit man es auf der Strasse direkt erkennt – der Judenstern lässt grüssen!

Ich sage NICHT, dass eine Impfung das Malzeichen des Tieres ist, aber sie ist definitiv Teil des antichristlichen Systems, der Hure Babylons – nicht zuletzt, weil der Organismus des Menschen vom Schöpfer so angelegt wurde, dass er selbst mit Krankheiten umgehen kann. Zudem hat unser Schöpfer uns Leben in Fülle versprochen, wenn wir auf seinen Wegen wandeln und seinen väterlichen Rat beherzigen (5. Mose 28,1-14). Denn er ist Yehovah Rapha, unser Arzt, der einzige, der wirklich HEILEN kann – das kann weder ein irdischer Arzt noch die Medizin (gr. pharmakeia‹Gebrauch von Heilmitteln, Giften, Zaubermitteln›). Und wenn wir dem, der uns ins Leben gerufen hat nicht vertrauen, dass er uns am Leben erhalten kann, dann ist es schlimm bestellt um unsere Gottesfurcht. 

5.1     Der Sohn der Gesetzlosigkeit

Apropos Gottesfurcht: das abgrundtief Böse, das in Satan wohnt, entspringt seiner fehlenden Gottesfurcht. Er, der als Cherub vor Gottes Thron gedient hat, wollte sich über Gott erheben und selber angebetet werden, weil ihm die nötige Demut fehlte. Das ist die Wurzel allen Übels. Satan wollte unabhängig sein, selber bestimmen und das tun, worauf er Lust hatte. Dies prägte das Credo der modernen Satanisten: «do what thou wilt» – «mach was Du willst». Im Gegensatz dazu fordert Yeshua uns auf, den Willen des himmlischen Vaters zu tun, uns ihm unterzuordnen und gehorsam zu sein. 

Mir ist bewusst, dass Gehorsam heute kein populäres Wort oder Konzept mehr ist. Eigentlich meint es die Treue und Loyalität eines Untertanen gegenüber seinem König oder die Klugheit eines Kindes, auf seinen Vater zu hören und aus dessen Erfahrungsreichtum zu schöpfen. 

Sprüche 28,7: Wer das Gesetz hält, ist ein verständiger Sohn. (SLT)

Stattdessen ist das Wort heute negativ behaftet: man setzt es mit Unfreiheit oder gar Unterdrückung gleich, obwohl Gehorsam freiwillig ist. Die Bibel sagt dazu: 

1. Samuel 15,22: Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern!

Unserem himmlischen Vater ist es lieber, dass wir von Anfang an auf ihn hören, anstatt unbekümmert zu sündigen und dann in Reue umzukehren. Ihn ehrt es viel mehr, wenn wir ihn von vornherein beim Wort nehmen. Und so könnten wir uns selbst auch viel Kummer und Leid ersparen.

Die Selbstbezogenheit und Missachtung von Gottes Ordnungen legt auch der Antichrist an den Tag. Darum wird er im 2. Thessalonicher 2,3 (ELB) «der Sohn der Gesetzlosigkeit» genannt. Die Schlachter übersetzt diese Stelle mit «Mensch der Sünde». Der Grund dafür ist, dass die Bibel Sünde als Übertretung des Gesetzes definiert: «Die Sünde ist die Gesetzlosigkeit» (1. Johannes 3,4). Das steht nicht im Alten Testament, sondern im Neuen und zwar NACH Yeshuas Tod! Wer eine Sünde begeht, übertritt also auch heute noch die Torah – und wenn wir die Torah heute noch übertreten können, wie kann sie dann nicht mehr gültig sein?

Der Antichrist ist also dafür bekannt, Gottes Gebote zu missachten, auch wenn dies oft sehr subtil geschieht. Gemäss Daniel 7,25 kann diese Missachtung der Torah bedeuten, dass er danach trachtet, «Festzeiten und Gesetz zu ändern». Er muss also nicht im Gewand eines Gesetzlosen daherkommen, es reicht schon, wenn er das Gesetz Gottes ändert und z.B. aus dem Sabbat den Sonntag macht und aus Pessach Ostern. Vermeintlich harmlose Ruhe- und Feiertage, welche angeblich von der Bibel inspiriert sind. 

Aber genau auf diese Art hat auch das Nordreich nach der Spaltung Israels den rechten Weg verlassen: Jerobeam, der über die 10 Stämme im Norden regierte, hatte Angst, seine Untertanen würden zum König des Südreichs überlaufen, weil Jerusalem zum Südreich Juda gehörte und die Israeliten dort dreimal im Jahr beim Tempel vor Yehovah erscheinen sollten. Um dies zu verhindern, liess Jerobeam zwei goldene Kälber giessen und stellte eins in Dan und eins in Bethel auf. An diesen «heiligen Stätten» setzte er Priester ein, die nicht vom Stamm Levi waren, und feierte am 15.  Tag des achten Monats ein Fest analog zum Laubhüttenfest, das einen Monat vorher im Südreich Juda gefeiert worden war. 

Dies alles tat er – angeblich – zur Ehre Yehovahs. Statt aber Gottes Feste auf die Art und zu dem Zeitpunkt zu feiern, die Yehovah in der Torah festgelegt hat, feierte Jerobeam ein Fest «in dem Monat, den er aus seinem Herzen erdacht hatte» (1. Könige 12,31 ELB). Der König des Himmels ist es jedoch, der bestimmt, wann und wie er angebetet werden will und daran hat sich nichts geändert.

Wir ehren Yehovah nicht, wenn wir Feste feiern, die er uns nicht gegeben hat. Wir ehren Yeshua nicht, wenn wir seine Geburt feiern, obwohl er uns nie dazu aufgefordert hat – erst recht nicht, wenn wir seinen Geburtstag statt im Herbst zum Zeitpunkt der «Wiedergeburt» der Sonne im Winter feiern. Wir ehren ihn ebenso wenig, wenn wir die Feste, die an seinen Opfertod und seine Auferstehung erinnern – Pessach und das Fest der Erstlingsfrucht – zugunsten von Ostern (der in der Bibel erwähnten Göttin Astarte) ausser Acht lassen. Und genauso wenig bestätigen wir ihn als unseren Schöpfer, wenn wir statt am Sabbat, dem 7. Tag, am Sonn-Tag ruhen.

Yehovah hat nach der Erschaffung von Himmel und Erde der ganzen Schöpfung den Sabbat vorgelebt, in der Torah seine Feste gegeben, definiert, was er uns als Essen zugedacht hat, und uns aufgezeigt, wie wir ihn, unseren Nächsten und uns selbst lieben können. Gottes Bundesverfassung, die Torah, schafft nämlich einen Lebensraum, in dem Mensch, Tier und Schöpfung in Rücksichtnahme und einem echten Miteinander gedeihen und aufblühen können. Wer diese Gebrauchsanweisung unseres Erfinders als Leitfaden für sein Leben nimmt, der ehrt ihn, wer aber denkt, diese nicht zu brauchen und stattdessen über gewisse Dinge selber bestimmen zu können, wird im Alten wie im Neuen Testament als Gesetzloser bezeichnet. Diese Missachtung der Gebote Gottes ist das, was Yeshua in Matthäus 24,12 im Zusammenhang mit der Trübsal meint, wenn er sagt, dass die Liebe vieler erkalten wird. Die Torah zu halten ist nämlich Liebe zu leben. Im Umkehrschluss ist das Übertreten der Torah Lieblosigkeit – Gott gegenüber, sich selbst und seinen Mitmenschen. 

Ist Dein Leben von Liebe, Gehorsam und Gottesfurcht geprägt oder von Eigenwillen und einer lässigen Attitude, die sich nur an Lust, Laune und Bequemlichkeit orientiert? 

5.2     An den Früchten werdet ihr sie erkennen

Galater 5,22: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. (SLT)

Was sind diese Früchte? Es sind Charaktereigenschaften Yeshuas, die in uns immer mehr Raum einnehmen sollten und nach aussen hin offenbar werden, durch unsere Worte, unser Verhalten und unsere Taten. An der Art, wie wir mit anderen umgehen, an der Liebe, die wir zueinander haben, erkennt die Welt Yeshua (Johannes 13,35). So erkennt man auch an den Früchten, ob jemand Yeshua oder Satan zum Herrn hat.

Matthäus 12,33: Wenn ein Baum gut ist, sind auch seine Früchte gut, ist er schlecht, sind auch seine Früchte schlecht. An den Früchten erkennt man den Baum. (NeÜ)

Darum glaube ich, dass wir anhand des Lebenswandels und des Verhaltens eines Menschen erkennen können, ob dieser das Zeichen Yehovahs oder des Tieres an Hand und Stirn hat. 

Auch uns selber können wir anhand unserer Früchte prüfen: lassen wir uns von Yehovah mehr und mehr in sein Ebenbild verwandeln, kämpfen wir gegen schlechte Charakterzüge, Gewohnheiten, Muster und Süchte an oder pflegen wir eine hochmütigeUnbekümmertheit, die uns weismacht, dass es reicht, mit unserem Verstand an Gott zu glauben? 

Es gibt diese Redewendung, dass jemandem was auf die Stirn oder ins Gesicht geschrieben steht. Dies bedeutet, dass dieser Person etwas Bestimmtes unmissverständlich anzusehen ist bzw. dieses auf den ersten Blick erkennbar ist. 

Was signalisieren Dein Leben, Dein Verhalten, Deine Worte? Erkennen andere da eine Liebe und Hingabe zum Schöpfer und seinem Wort (in Person und Schrift)? 

Was steht Dir «ins Gesicht geschrieben»? Selbstbestimmung oder Selbstverleugnung? Überheblichkeit oder Demut? Täuschung oder Aufrichtigkeit? Spott oder Lob? Narzissmus oder Nächstenliebe? Angst oder Gottvertrauen? Hoffnungslosigkeit oder Zuversicht? Rastlosigkeit oder Frieden? Selbstmitleid oder Dankbarkeit? Tod oder Leben? 

Manche von euch mögen den Spruch «Wir können nicht NICHT anbeten» schon mal gehört haben. Er besagt, dass wir nichts tun können, ohne dass wir dabei jemanden anbeten bzw. Yehovah oder Satan Ehre erweisen und damit demonstrieren, wem wir dienen – dem König des Himmels oder dem Fürsten dieser Welt. 

Welchem König dienst Du mit ganzem Herzen, deinem ganzen Verstand und deiner ganzen Kraft? Welcher Name ist Dir auf die Stirn geschrieben: der Name des Tieres oder der Name Yehovahs?

6      Schlussgedanken

Im Hinblick auf die biblische Bedeutung von Gottes Zeichen, das sowohl geistliche als auch physische Komponenten hat, sollten wir aufhören, das Malzeichen des Tieres als (rein) physisches Zeichen zu verstehen. Auf ein physisches Zeichen zu warten kann sogar gefährlich sein: dann realisieren wir vielleicht gar nicht, dass wir als Gläubige Gottes Zeichen nicht haben, weil wir ihm nicht gehorsam sind, und ändern darum auch nichts an unseren Wegen. Und im Umkehrschluss ist uns dann auch nicht bewusst, dass wir das Zeichen des Tieres bereits angenommen haben.

Falls die Bibel aber doch von etwas wie einem Nanochip spricht, der unter die Haut geimpft wird, tun wir trotzdem nicht falsch daran, uns nach dem Zeichen Yehovahs auszustrecken. Denn die jetzige Treue zu ihm wird uns helfen, in Zeiten der Bedrängnis standhaft zu bleiben. 

Wir sollten auch aufhören, uns immer nur auf die letzten paar Jahre der grossen Trübsal zu fokussieren, wo unser Glaube auf eine harte Probe gestellt wird. Stattdessen sollten wir heute noch anfangen, unser Vertrauen in Gott zu stärken und lernen, die sanfte Stimme unseres guten Hirten von allen anderen zu unterscheiden. Denn das werden wir nötig haben, wenn uns der Job, die Lebensgrundlage, die Freiheit und vielleicht sogar unsere Familie genommen wird. 

Achte auch darauf, dass Du nicht zu denen gehörst, die erwarten, vor der grossen Bedrängnis «entrückt» zu werden. Viele von denen werden sich enttäuscht von Gott abwenden, wenn sie realisieren, dass sie mitten in der Bedrängnis gelandet sind, auch wenn Gott uns mit keinem Wort je gesagt hat, dass wir davor verschont werden. 

Im Gegenteil: Yeshua hat seinen Nachfolgern vorausgesagt, dass sie in Bedrängnis kommen werden, Gott «aber um seiner Auserwählten willen» jene Tage verkürzen wird (Matthäus 24,21-22).

Fangen wir also an, im Hier und Jetzt das Zeichen Gottes wie ein Banner hochzuhalten und unserem König Gehorsam zu leisten. Denn wer das tut, ist ein wahrer Untertan und Freund Gottes, ein Mann nach Yehovahs Herzen, wie David es war (1. Samuel 13,14). Und diesen wird der Sohn Davids bei seiner Wiederkunft für seine Treue loben: 

Matthäus 25,21: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn! (SLT)

7      Quellen (letzter Zugriff: 16. April 2021)

7.1     Bibeln und Wörterbücher

·   Elberfelder (ELB) und Schlachter Bibel 2000 (SLT): http://www.bibelserver.de  

·    Elberfelder 1905 mit Strongs Nummern:

http://www.obohu.cz/bible/index.php?k=Gn&kap=1&styl=ELBS

·   Pfeifer, Wolfgang: «Etymologisches Wörterbuch des Deutschen». 5. Auflage. Deutscher Taschenbuchverlag GmbH, Berlin: 2000. 

·    Tecarta Bible App: Strong’s Concordance with NASB

7.2     Online Videos und Artikel

·   https://www.119ministries.com/teachings/video-teachings/detail/what-is-the-mark-of-the-beast/

·   https://www.ancient-hebrew.org/ancient-alphabet/tav.htm

·   https://www.geistlicher-felsen.de/taw/

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Bemerkung am Rande: Wissen ist Stückwerk und so ist auch dieser Blogpost ein Spiegel meines derzeitigen Erkenntnisstandes. Mein Ziel ist, Gottes Wahrheit zu entdecken, zu leben und zu vermitteln, darum bemühe ich mich darum, belehrbar und formbar zu bleiben. So musste ich in der Vergangenheit schon öfter meine Überzeugungen revidieren oder gar ganz über Bord werfen. Allerdings zeigt es sich je länger je mehr, dass die unzähligen Puzzleteile über die Jahre hinweg ein immer schlüssigeres Bild ergeben, auf das ich aufbauen kann. Manchmal bin ich immer noch ein bisschen schnell, Dinge als bare Münze anzuerkennen, ohne sie gründlich zu prüfen, aber in meinen Blogposts behandle ich ausnahmslos Themen, mit denen ich mich eingehend auseinandergesetzt habe und die ich z.T. über Jahre hinweg ausgebrütet habe. 


[1]Das hebr. Wort [rakia]ist von einem Verbum ‹feststampfen, breithämmern› abgeleitet und meint eine gehämmerte Platte oder Schale, eine nach allen Seiten ausgeweitete Fläche o. Wölbung. (Kommentar in der ELB)

[2]Oder Festzeiten, Festen [moedim]. (Kommentar in der ELB)

[3]goldboerse.ch: Kurs für Altgold (Stand: 25. April 2021)

[4]https://www.119ministries.com/teachings/video-teachings/detail/what-is-the-mark-of-the-beast/(letzter Zugriff: 18. April 2021)

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