Der beste Kaffee der Welt

Dave Asprey und Asher Yaron setzten es sich zum Ziel, den besten Kaffee der Welt zu finden: Asprey investierte 6 Jahre in diese Mission und Yaron ganze 10!

Im Frühling 2013 stolperte ich über Aspreys Seite bulletproofcoffee.com und lernte innert kürzester Zeit mehr über Qualitätskaffee als in meinem ganzen Leben bisher. Asprey verkauft zwar “den besten Kaffee der Welt” über seine Webseite für teures Geld, gibt aber auch gratis Tipps, was wirklich guten Kaffee ausmacht und woran man diesen erkennt. Ich begab mich also auf die Suche solchen Kaffees in der Schweiz, was sich als schwierig erwies – bis ich vor ein paar Monaten durch Yaron tatsächlich noch ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail dazulernte: dass man Kaffee selber rösten kann und dies sogar regelmässig tun sollte, da in der frischen Röstung das wahre Geheimnis guten Kaffees liegt! Yaron war bereits jahrelang auf der Suche nach dem besten Kaffee der Welt, als ihm jemand eine Tüte frisch gerösteter Bohnen in die Hand drückte. Das war für ihn der wahre “Durchbruch” auf seiner Suche.

Er selber röstet seinen Kaffee nun täglich frisch, weil er mit Kaffee, der nicht älter als 24 h ist, die besten Erfahrungen gemacht hat, was die Hirnleistung angeht.

Gleichzeitig kam mir zu Ohren, dass Gottlieb Duttweiler, als er 1925 die Migros gründete, nebst Reis, Teigwaren, Zucker, Seife und Kokosöl auch Kaffee günstig an den Mann brachte, und zwar gerösteten Kaffee! Dies war damals eine Neuheit, denn noch vor 100 Jahren galt es als normal, seinen eigenen Kaffee zu rösten. Wie sich die Welt verändert…

Aber ich schweife ab. Zurück zum Thema.

1       Auf Entdeckungsreise…

Logischerweise habe ich gleich alles umgesetzt und ausprobiert, was ich gelernt hatte. Ich entschied mich, in der Kaffeewahl und -zubereitung neue Wege zu gehen: die Qualität des Kaffees musste stimmen, das Zubehör schlicht und langlebig, leicht zu handhaben und zu reinigen sein und die Zubereitung sollte zu einem Symbol für Entschleunigung, Lebensfreude und maximalen Genuss werden.

Seither mahle ich meinen selbstgerösteten, sortenreinen, gewaschenen bio-fairtrade Hochland-Arabica täglich kurz vor der Zubereitung in meiner Mühle, um ihn dann im stilechten italienischen Espressokocher zuzubereiten – und es ist gelinde gesagt eine Freude! Wenn ich mal Besuch habe, übernehmen meine Gäste jeweils liebend gerne den Part des Kaffeemahlens mit meiner manuellen Mühle.

Und da ich gute Nachrichten gerne teile, bekommt ihr jetzt eine kleine Einführung ins Einmaleins des Kaffees und fasse hier meine gewonnene Erkenntnis zum Thema Kaffee zusammenfassen. Vielleicht könnt ihr nach der Lektüre sogar nachvollziehen, warum ich meinen Kaffee heute grün kaufe (in jeglicher Hinsicht), wöchentlich röste, erst kurz vor der Zubereitung frisch mahle und darauf achte, möglichst wenig herkömmlichen Kaffee zu trinken. Ich spreche dabei sechs Punkte an, von der Sorte bis hin zur Zubereitung.

2       Kaffee-Fakten

Kaffee ist nach Wasser das beliebteste Getränk überhaupt und weltweit das zweit-wertvollste Handelsgut (nach Erdöl) – für einzelne Länder ist es das einzige nennenswerte Exportgut.[1] Für mache gilt Kaffee als Muntermacher am Morgen, der z.T. sogar das Frühstück ersetzt, andere – wie z.B. ich – sehen ihn als Symbol, das für “Pause” steht oder als Dessert nach einer Mahlzeit. Bei den meisten spielen wohl beide Elemente mit.

Immer wieder hört man widersprüchliche Aussagen zu dieser Bohne, die eigentlich der Same der Kaffeekirsche ist, aber mehr und mehr Studien belegen, dass mässiger Kaffeekonsum sehr gesund ist. Studien haben nämlich ergeben, dass Kaffeetrinker länger leben und auch, dass Kaffee in Amerika der wichtigste Lieferant von Antioxidantien (Vitaminen) ist!

Was viele dabei aber nicht wissen (und ich auch erst seit kurzem), ist, dass der Kaffee, den wir Zuhause oder auswärts trinken, meist zwei wichtige Mängel hat:

Er ist schimmelbefallen und so gut wie tot. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass sogar alter und schimmliger Kaffee noch solch gute Wirkung auf den menschlichen Organismus hat. Das allein spricht dafür, sich mit dem Thema Kaffee genauer auseinanderzusetzen…

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Kaffee

2       Sorte und Reinheit

Hast Du beim Kaffee auch schon darauf geachtet, dass die Mischung der Bohnen stimmt, vielleicht war die angepriesene Bohnenmischung gar der Auslöser zum Kauf von Kaffee? Was viele nicht wissen: eine Kaffeemischung bedeutet, dass minderwertiger Kaffee mit gutem vermischt wurde, um ersteren überhaupt verkaufen zu können.

Die zwei wichtigsten Kaffeesorten sind: Robusta und Arabica.

  • Robusta, der Billigkaffee, kann wenige Meter über Meer angebaut werden und ist nicht so anspruchsvoll, was Nährstoffe und Böden angeht. Er ist resistenter gegen Pestizide und Krankheiten und liefert eine ertragsreichere Ernte und ein Produkt, das koffeinreicher aber geschmacksärmer ist als Arabica. Der Robusta wird meist für die Unverträglichkeiten nach dem Kaffeegenuss verantwortlich gemacht – wie z.B. Magenschmerzen – da er mehr Bitterstoffe und Säuren enthält.
  • Arabica wird im Hochland angebaut und ist ertragsärmer, produziert dafür eine Bohne, die geschmacksreicher, vollmundiger und weniger bitter ist und zudem einen niedrigeren Koffeingehalt hat.

Wenn man Wert auf nebenwirkungsfreien Kaffeegenuss legt, tut man gut daran, nur Arabica zu kaufen – am besten sortenreinen, sprich: Kaffee, der nur von einer Plantage stammt. Auch macht es hier Sinn, darauf zu achten, dass es Fairtrade und Biokaffee ist, denn Bio bedeutet pestizidfrei – kommt also unserem Körper zugute – Fairtrade bedeutet angemessene Bezahlung für die Arbeit – was den Kaffeebauern zugute kommt.

1.1      Ernte und Verarbeitung

Ob Kaffeebohnen überreif, unreif oder schimmelbefallen sind, sieht man ihnen beim Kauf leider nicht an. Jedoch kann man die Bohnen nach zwei wichtigen Kriterien beurteilen, die mit den einzelnen Arbeitsschritten zu tun haben.

  • Handgepflückt oder maschinell geerntet?
    Auf Plantagen von handelsüblichem Kaffee werden die Kirschen entweder mit Hilfe eines Kamms von den Bäumen gestreift oder anhand von Maschinen geerntet. Bei dieser Erntemethode werden allerdings die überreifen und die unreifen Früchte mitgeerntet. Unreife Früchte ergeben einen wenig aromatischen Kaffee, überreife einen fauligen, wo die Gärung bereits eingesetzt hat. Darum ist es besser, wenn die Kirschen während zwei bis drei Monaten täglich durch erfahrene Kaffeepflücker von Hand geerntet werden, da dies garantiert, dass nur die reifen Kirschen weiter-verarbeitet werden.
  • Sonnengetrocknet oder gewaschen?
    Handelsüblicher Kaffee wird normalerweise nach der Ernte während drei bis fünf Wochen an der Sonne getrocknet, bis das Fruchtfleisch vertrocknet, z.T. verfault und schimmlig ist. Dabei sind die Bohnen der Gärung ausgesetzt und bei der weiteren Verarbeitung haften dann die Fäulnisbakterien den Bohnen an. Daher ist das bessere Verfahren das Waschen der Kirschen.
    Direkt nach der Ernte werden die Bohnen in einem “Depulper” aus der Frucht gepresst und danach in Regenwassertanks geschüttet, wo die guten Bohnen zu Boden sinken und die schlechten nach oben schwimmen und abgeschöpft werden. Die Bohnen werden erst nach dieser Waschung acht bis zehn Tage lang an der Sonne getrocknet, während das Fruchtfleisch kompostiert und als Dünger wiederverwendet wird.

Meiner Erfahrung nach gehen handgepflückte und gewaschene Kaffeesorten Hand in Hand mit sortenreinem Bio und Fairtrade Kaffee. Denn wer in sich guten sortenreinen Kaffee produzieren will (d.h. ihn nicht mit besserem Kaffee veredelt/mischt) ist fast gezwungen, im Einklang mit der Natur zu arbeiten und sich der Handernte wie auch dem Waschen des Kaffees zu bedienen, da beide Verfahren zu fruchtigerem Kaffee mit feiner ausgeprägten Aromen führen.

4       Kaffeekauf

Mit den Kriterien von Asprey bewaffnet begab ich mich auf die Suche nach Kaffee, der all meinen neuen Ansprüchen genügte: sortenreiner, handgepflückter, gewaschener bio fair-trade Hochland-Arabica. Ich fand in Basel genau EINE Sorte, die alle Kriterien erfüllte, und zwar in Höheners Bioladen. Die grösste Schwierigkeit bei der Suche war, dass die meisten Kaffeepackungen nur Angaben zu Anbau, Sorte und Röstung geben, also nicht erwähnen, wie der Kaffee geerntet und getrocknet wurde.

Seit ich auf Rohkaffee umgestiegen bin, hat sich die Suche etwas vereinfacht, da die Kaffeemischungen erst nach der Röstung vorgenommen werden – wer also ungeröstete Bohnen will, hat keine Probleme damit, sortenreinen Kaffee zu finden. Und da wo es sortenreinen Kaffee gibt, weiss man auch Bescheid darüber, woher diese stammen und wie sie verarbeitet wurden.

Rohkaffee ist theoretisch günstiger als gerösteter – in Deutschland wird z.B. eine Steuer auf geröstetem Kaffee erhoben – jedoch achtet man als Käufer von ungeröstetem Kaffee eher auf die Verarbeitung und die Sortenreinheit und zahlt daher wahrscheinlich ein bisschen mehr als Otto-Normalverbraucher, der im Detailhandel angepriesene billig-Mischungen kauft, die unweigerlich über mindere Qualität verfügen.

Zuerst wurde ich online im Emmental bei der Kafischmitte fündig und bestellte mir ein kg zur Probe, allerdings zu einem stolzen Preis. Dann bezog ich den Rohkaffee in der Kaffeerösterei im Dorf oder in Basel und mittlerweile habe ich den einzigartigen Urwaldkaffee[1] entdeckt, den man in Deutschland beziehen kann (in bis zu 29 kg Säcken) und der von Fachleuten über den Klee gelobt wird. Mich überzeugt er allerdings nicht nur bezüglich seinem Geschmack, sondern auch aufgrund der natürlichen Art des Anbaus.

[1] https://www.urwaldkaffee.de/regionen/sierra-nevada-kolumbien/28/rohkaffee-kogi-cafe-teyuna?c=171

5       Die Röstung

Egal wie schonend Kaffee geröstet wird: Dieser letzte Verarbeitungsprozess kann weder Mikronährstoffe in die Bohnen zaubern, noch den Schimmel beseitigen, der einer Bohne (unsichtbar) anhaftet, die mitsamt Fruchtfleisch getrocknet wurde bzw. nicht gewaschen ist. Zudem ist nicht, wie oft kommuniziert wird, die Röstung beim Kaffee das A und das O, sondern vielmehr der Zeitpunkt der Röstung.

5.1      Das Geheimnis frisch gerösteten Kaffees

Kaffee bleibt nämlich nach der Röstung lediglich 7 Tage lang frisch: Nach sieben Tagen ist der geröstete Kaffee oxidiert (so wie ein Apfel, der durch die Reaktion mit dem Sauerstoff braun wird) und hat viele Aromen und positive Wirkstoffe eingebüsst. Diese entweichen nämlich nach der Röstung, daher wird Kaffee für den Verkauf auch in Verpackungen mit Ventilen gefüllt, die das Austreten besagter Stoffe ermöglicht (sonst würde die Verpackung platzen). Zudem wird handelsüblicher Kaffee erst Tage bis Wochen nach der Röstung verkauft und z.T. erst nach Monaten getrunken – z.B. wenn man sich aufgrund einer Aktion mehrere Packungen gekauft hat.

Man könnte also sagen: Handelsüblicher Kaffee gleich alter, “toter” Kaffee – und wer will schon sowas trinken? Was also tun, wenn gerösteter Kaffee nur 7 Tage frisch bleibt?

Rohkaffee bzw. ungeröstete grüne Bohnen kaufen und nach Bedarf selber rösten!

Frisch gerösteter Kaffee schmeckt nicht nur viel besser als alter Kaffee, sondern macht auch einen klaren Kopf und wirkt sich positiv auf die Hirnleistung aus. Zudem halten sich die grünen Bohnen jahrelang, wenn nicht jahrzehnte- oder jahrhundertelang und werden mit dem Alter sogar besser. Grüne Kaffeebohnen hat man auch schon als jahrhundertealte Grabbeigaben gefunden – angeblich wurden solche sogar geröstet und dann als Kaffee genossen!

5.2      Kaffeeröster und Röstdauer

Die Röstung eigener Bohnen war für mich Neuland, aber mit Hilfe des Internets schnell erlernt: So kann man z.B. nicht nur in der Pfanne Kaffeebohnen rösten, sondern auch in der Popcornmaschine oder mit einem Föhn. Zufälligerweise entsprach die Trisa Popcornmaschine[1] aus einer Brocki den für die Kaffeeröstung empfohlenen Modellen, da sie die warme Luft unten im Kreis reinbläst. Eine solche Popcornmaschine steht teuren Kaffeeröstern in nichts nach, da sie sehr schön gleichmässig röstet.

Sie kann zwar nur kleine Mengen auf einmal bewältigen, ist dafür aber um einiges günstiger im Anschaffungspreis und lebt gerne 2-3 Jahre oder sogar länger bei regelmässigem Gebrauch.

In einer solchen Popcornmaschine dauert die Röstung je nach Umgebungstemperatur 4-7 min bei 65g grünen Bohnen.

Apropos Röstdauer: In Fachkreisen ist man der Meinung, dass eine Röstung langsam vonstattengehen, d.h. mindestens 20 min dauern, sollte. Als ich beim Kauf von ungerösteten Bohnen in einer Kaffeerösterei erzählte, dass ich meinen Kaffee in einer Popcornmaschine röste, wollten sie wissen, wie lange der Röstvorgang dauere. Als ich antwortete, dass es eine Sache von 5 min sei, waren sie alarmiert und meinten, das sei viel zu schnell. Allerdings sind sich da doch nicht alle ganz einig. Der von Asher Yaron entwickelte wunderschön schlichte aber ausgeklügelte Kaffeeröster[2] braucht auch nur ca. 8 min für eine Röstung.

Man kann sich natürlich auch dafür entscheiden, den Kaffee in einer Pfanne zu rösten, allerdings wird das Ergebnis nicht gleichmässig, d.h. die Farbe der Bohnen rangiert dann zwischen gelbbraun und dunkelbraun – auch wenn man 20 min kontinuierlich gerührt hat! Darum bin ich mit meiner Popcornmaschine ganz zufrieden. Mir ist es zudem lieber, meinen Kaffee nach Bedarf frisch rösten zu können, auch wenn er vielleicht nicht die optimalste Röstung erfahren hat, als alten, toten bereits gerösteten Kaffee kaufen zu müssen. Jedenfalls pflichten Rückmeldungen meiner Gäste mir da bei, da sie solch einen frischen, vollmundigen Kaffeegeschmack nicht erwartet haben oder nicht kennen.

[1] Z.B. bei Fust, Ottos, Manor, aber auch auf tutti erhältlich: https://www.ottos.ch/de/trisa-popcorn-classic-207647.html

[2] https://www.powerroaster.com/our-products/the-power-roaster

5.3      Der Röstvorgang

Das Ziel einer Röstung ist eine dunkelbraune Bohne mit samtiger Haut.

Anfangs musste ich ein wenig ausprobieren mit der Kaffeemenge, der Röstdauer und ‑stärke, in der Zwischenzeit erkenne ich die für mich optimale Röstung an der Farbe und z.T. an der vermehrten Häufigkeit des Knackens.

Ziemlich am Anfang des Röstvorgangs knacken die Bohnen (manchmal), aber sie werden erst beim zweiten, lauteren und wilderen Knacken dunkelbraun. Wenn das Knacken zu lange dauert, werden die Bohnen ölig und schwarzbraun, was einer Espressoröstung entspricht. Wer milderen Kaffee bevorzugt, kann die Bohnen auch braun, also weniger lang, rösten.

Sobald die Bohnen die gewünschte Farbe erreicht haben, heisst es, schnell zu reagieren und sie von der Hitzequelle zu entfernen. Am besten giesst man den fertiggerösteten Kaffee in ein Edelstahlsieb und rührt ihn an der frischen Luft eine Weile um, um die chemische Reaktion durch schnelles Abkühlen abklingen zu lassen.

Ich muss sagen: Es ist nicht nur ein Highlight, den Bohnen bei ihrer Transformation zuzusehen – sie ändern nicht nur ihre Farbe von grün über gelb zu braun, sondern werden auch grösser und leichter – sondern das Rösten ist auch so leicht und schnell gemacht, dass ich mich wundere, dass ich nicht früher darauf gekommen bin! Das Rösten ist also kein Zeitfresser und jedes Mal faszinierend.

Die geröstete Bohne kann sofort gemahlen und zu Kaffee weiterverarbeitet werden, da sich bereits 24 h nach der Röstung 40% der Chemikalien und positiven Wirkstoffe verflüchtigt haben. Oft wird empfohlen, nach der Röstung 12h zu warten, bis man Kaffee macht, Asher Yaron ist aber anderer Meinung. Hier ein Auszug aus einer Mail von ihm vom 27. Oktober 2014:

“I used to think the coffee needed to “rest” and I tested back to 11 hours which seemed to be the best in terms of waiting longer periods of time. My thinking has completely changed about this since I have been roasting and using right away. The impact is really amazing. I get a much bigger buzz and actually get high off my coffee when I roast, grind, and brew at the same time……and the high is a euphoric, uplifting, energizing experience that others whom I have turned on are also experiencing. You should try it.”

Die Kernaussage ist, dass Kaffee oder Espresso aus frisch gerösteten Bohnen euphorisch macht und erbauend und energetisierend wirkt – Yaron spricht sogar von einem High!

Ich selber röste ca. alle 6-7 Tage meinen Kaffee, weil es mir noch zu aufwändig ist, jeden Tag frisch zu rösten. Wenn ich den Kaffee mal schneller aufbrauche oder für Besuch mehr benötige, röste ich halt neuen – meistens schaut dann der Besuch neugierig und interessiert zu.

Grüne und geröstete Bohnen sollten übrigens nicht luftdicht verschlossen aufbewahrt werden.

 

6       Kaffee frisch mahlen

Ähnlich wie bei der Röstung ist der Zeitpunkt des Kaffeemahlens entscheidender, als die Art, wie er gemahlen wird. Am optimalsten ist, die gemahlenen Bohnen innerhalb einer Stunde zu trinken. Dafür eignet sich ein Vollautomat genau so wie auch eine kleine Kaffeemühle (elektrisch oder manuell betrieben), um die Bohnen jeweils frisch zu mahlen.

Ich habe mir dafür in der Broki eine gebrauchte Handmühle aus Holz gekauft. Mein erstes Modell hatte keinen Deckel, darum spickten beim Mahlen regelmässig Kaffeesplitter quer durch die ganze Küche. Zudem war sie “made in Taiwan”, was den Mahlvorgang etwas erschwerte. Darum erwarb ich mir nach einer Weile eine gebrauchte aber robuste Zassenhaus Kaffeemühle älteren Modells mit einem Deckel und einem anständigen Kegelmahlwerk, bei der man den Mahlgrad einstellen kann.

Die Markenmühlen sind zwar etwas teurer, den Preis aber allemal wert – bereits beim ersten Mahlvorgang habe ich einen Unterschied in der Effizienz festgestellt!

7       Tipps für die Zubereitung mit dem Espressokocher

Verwendet man für die Zubereitung eine italienische Caffettiera sollte man die Kaffeebohnen nicht allzu fein mahlen und dann locker ins Sieb geben (nicht andrücken). Den Herd zudem nicht zu stark erhitzen, weil der Kaffee sonst fertig ist, bevor der obere Teil der Kanne warm werden konnte und der fertige Kaffee zu schnell abkühlt. Der Espressokocher (wie auch eine Handmühle) hat den Vorteil, dass er ohne Strom läuft und man ihn gut transportieren kann. Er ist z.B. ideal zum Campieren!

Da beim Kochen in den handelsüblichen Espressokochern Aluminium gelöst wird und in den Kaffee gelangt, empfehle ich, ein Exemplar aus Edelstahl anzuschaffen. Ich persönlich finde die identischen Modelle von VEV VIGANO bzw. Cilio am schönsten. Sie gehören zwar zu der teureren Sorte, sind aber bisweilen auch auf ebay Kleinanzeigen und tutti zu finden.

Ich selber wurde anfangs auf dem Flohmi fündig, wo ich eine italienische VEV VIGANO Kontessa erwarb, die gerade mal 1 dl Kaffee erzeugt! Diese Kanne mit Holzgriffen entpuppte sich als Glücksgriff: Als ich mir eine grössere zulegen wollte für den Fall, dass ich Gäste habe, fand ich trotz langer Google-Nachforschungen kein Modell mit Holzgriffen mehr.

Als ich meinen Espressokocher erworben hatte und zum ersten Mal darin Kaffee machte, war ich etwas skeptisch. Ich war mit Filterkaffee aufgewachsen – und genau so roch es bei der Zubereitung. Der Geschmack ist jedoch dem von Filterkaffee weit überlegen – laut Expertenmeinung liegt das daran, dass der Dampf beim Espressokocher schneller und mit höherem Druck durch das Pulver läuft.

8       Fazit

Es gibt zwar Menschen, die sich über meine “analoge” Art der Kaffeezubereitung im Zeitalter der Technik, lustig machen – v.a. dass ich Kaffee selber röste und jede Portion von Hand frisch mahle – meine Begeisterung ist aber 7 Jahre später immer noch ungebrochen.

Ich geniesse es, den Kaffee mit meinen eigenen Händen zuzubereiten, auch wenn es ein paar Minuten länger dauert, als bei einer Kaffeemaschine auf den Knopf zu drücken. Schliesslich geht es mir u.a. darum, bewusster und mit mehr Freude und Genuss Kaffee nicht nur zu trinken, sondern auch zuzubereiten – wenn möglich weder auf Kosten der Umwelt, meiner Mitmenschen, noch meiner Gesundheit. Aber am meisten geniesse ich es, nach all dieser “Arbeit” den besten Kaffee der Welt zu trinken!

Nochmals kurz zusammengefasst, empfehle ich Folgendes für maximalen Kaffeegenuss:

  1. Rohkaffee kaufen und selber frisch rösten (z.B. in einer Popcornmaschine) – Anleitungen gibt es zu Hauf auf YouTube.
  2. Beim Kauf der Bohnen darauf achten, dass es sortenreiner (Hochland) Arabica ist: handgepflückt und gewaschen, Bio und Fairtrade.
  3. Die frisch gerösteten Bohnen – bis 7 Tage alt – erst kurz vor der Kaffeezubereitung mahlen (in einer Kaffeemühle mit Scheiben- oder Kegelmahlwerk oder im Vollautomaten).
  4. Einen Espressokocher aus Edelstahl verwenden – oder wiederverwendbare Edelstahlkapseln in einer Kapselmaschine (was ich leider immer noch nicht ausprobiert habe, aber aufgrund der 19 bar Druck und dem frisch gerösteten Kaffee ein sensationelles Ergebnis liefern müsste!).

9       Quellen (letzter Zugriff: 26. Januar 2021)

9.1      Videos

9.2      Online Artikel und Print

– – – – – – – – – – – – – – – – – –

Disclaimer: Wissen ist Stückwerk und so ist auch dieser Blogpost ein Spiegel meines derzeitigen Erkenntnisstandes. Mein Ziel ist, Gottes Wahrheit zu entdecken, zu leben und zu vermitteln, darum bemühe ich mich darum, belehrbar und formbar zu bleiben. So musste ich in der Vergangenheit schon öfter meine Überzeugungen revidieren oder gar über Bord werfen. Allerdings zeigt es sich je länger je mehr, dass die unzähligen Puzzleteile über die Jahre hinweg ein immer schlüssigeres Bild ergeben, auf das ich aufbauen kann. Manchmal bin ich immer noch ein bisschen schnell, Dinge als bare Münze anzuerkennen, ohne sie gründlich zu prüfen, aber bei meinen Blogposts handelt es sich ausnahmslos um Themen, mit denen ich mich eingehend auseinandergesetzt habe und die ich z.T. über Jahre hinweg ausgebrütet habe.

Kommentar-Funktion geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: