Das Zeichen Jonas und das Passahlamm

Lamm

Als die Schriftgelehrten und Pharisäer zu Jesus gingen und um ein Zeichen baten, antwortete er ihnen dies:

  • “Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona. Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.” (Matth. 12,39-40)

Hast Du Dich schon mal gefragt, wie es möglich ist, dass zwischen Karfreitagnachmittag und Sonntagmorgen 3 Tage und 3 Nächte passen? Rechnerisch ist es unmöglich und noch unmöglicher ist es, dass der Schöpfer von Himmel und Erde nicht auf 3 zählen kann! Oft wird argumentiert, dass die Juden halt ein anderes Verständnis haben von einem Tag. Dem ist tatsächlich so, aber anders, als wir denken. Das Problem hier liegt nicht in der jüdischen Zeitrechnung, sondern darin, dass wir am Freitag als Todestag Jesu festhalten, einerseits, weil wir die Zeiten und Festzyklen Yahwehs nicht mehr verstehen und andererseits, weil das “Christentum” viele Traditionen aus dem Sonnenkult übernommen hat (der Karfreitag z.B. war ein wichtiges Fest zu Ehren der Sonnengötting Istar, zu Deutsch: Oster).

Da wir Christen uns weit von der jüdischen Kultur und Gottes “Zeitverständnis” entfernt haben, möchte ich zuerst die Grundlagen legen, die nötig sind, um Geschehnisse aus jüdischer Sicht interpretieren zu können. Diese liefern nämlich das nötige Fundament, um die Bedeutung von Yeschuas Tod im Kontext von Yahwehs Festen zu verstehen.

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Die Zeiten Yahwehs

Kalender: Die jüdische Zeitrechnung basiert auf einem Lunisolarkalender, d.h. er richtet sich nach den Mond- und Sonnenzyklen.

Jahr: Ein Jahr besteht aus 12 Monaten à 29-30 Tagen, total also 348-360 Tage. Da das Sonnenjahr etwas über 365 Tag hat, wird (heute) alle vier Jahre im jüdischen Kalender nach dem 12. Monat (Adar I) ein 13. Monat angehängt (Adar II).

Monat: Ein Mondmonat dauert ca. 29,5 Tage. Der neue Monat beginnt, wenn bei Neumond nach Sonnenuntergang die Mondsichel des “zurückkehrenden” Mondes zum ersten Mal gesichtet wird. Vor Sonnenuntergang weiss man also nicht, ob der erste Tag des neuen Monats anfängt, oder der letzte (30.) Tag des alten Monats.

Tag: Der Tag beginnt am Abend nach Sonnenuntergang und dauert bis zum nächsten Abend. Der Sabbat (7. Tag der Woche) z.B. beginnt am Freitagabend nach Sonnenuntergang und dauert bis Samstagabend.

Stunden: So wie auch wir es kennen, wurde der jüdische Tag in zwei Teile mit je 12 Stunden geteilt, die Zählung fing allerdings nicht um Mitternacht an, sondern nach Sonnenuntergang. Zur Zeit des Passahfestes geht die Sonne ca. um 18:00 Uhr unter, d.h. von 18:00 – 6:00 Uhr werden 12 Stunden gezählt und dann von 6:00 – 18:00 Uhr nochmals 12. Die “dritte Stunde” während dem Tag wäre demnach 9:00 Uhr. Achtung: Johannes benutzte die römische Zeitrechnung (wie wir sie kennen) in seinem Evangelium![1]

Neujahr:

  • Abib ist der erste Monat des geistlichen Jahres, der den Festzyklus einläutet (die Frühlings- und Herbstfeste). Nach dem Auszug aus Ägypten legte Yahweh den Monat des Auszugs als ersten Monat des Jahres fest, den Monat Abib (Aviv), heute bekannter als Nisan (2. Mo 12,2 und 2. Mo 13,4). Der Monat Abib beginnt beim ersten Neumond nach dem “Spring Equinox”, dem Zeitpunkt wo der Sonnenstand so ist, dass die Länge des Tages und der Nacht fast auf Gleichstand sind (ca. 12 Stunden). Vorher ist die Nacht länger und der Tag kürzer, nachher der Tag länger und die Nacht kürzer…
  • Tischri ist der erste Monat des zivilen oder politischen Jahres, aber eigentlich der siebte Monat und fällt meist in den September. Laut Überlieferung wurde Adam am 1. Tischri geschaffen. Am 1. Tischri ist auch das jüdische Neujahr Rosch Haschana, das Posaunenfest. Dieser Jahresanfang ist massgebend für das Zählen der Sabbatjahre und des Erlassjahres (50. Jahr).

–> September bedeutet eigentlich “der Siebte” und in der Bibel wird dieser Monat auch der siebte genannt. Unsere Herbst-Monatsnamen sind Überbleibsel der jüdischen Zeitrechnung: Oktober bedeutet “der Achte”, November “der Neunte”, Dezember “der Zehnte” – alle anderen Monatsnamen haben ihren Ursprung in myhtologischen Göttergestalten.

–> Man wusste die Daten der Frühjahrsfeste erst, sobald der 1. Abib sich ankündigte (neue Mondsichel). Die Daten der Herbstfeste waren auch erst bekannt, wenn der Monat Tischri anbrach. Da Rosch Haschana, das Posaunenfest, auf den 1. Tischri fällt, wusste man immer erst am gleichen Abend, dass es beginnt, musste sich also bereithalten, ohne zu wissen, ob das Fest nach dem 28., 29. oder 30. Tag anbrechen würde. Heutzutage kann man die Mondzyklen sehr genau berechnen, darum sind die Monatslängen und Anfänge im Voraus bekannt.

Die Feste und Ruhetage Yahwehs (3. Mo 23,2)

Der Sabbat

Der siebte Tag der Woche ist der Ruhetag Yahwehs, es ist sein Sabbat (2. Mo 31,13), der dem Menschen bereits in paradiesischen Zuständen gegeben wurde. Mehr zu diesem Thema in meinen Blog zum Sabbat.

Die Frühlingsfeste

Der Monat Abib läutet das Festjahr ein, das mit den vier Frühlingsfesten beginnt.

  1. Der Auftakt zum Passahfest beginnt bereits vier Tage vorher. Am 10. Abib wird das Passahlamm ausgesucht, ein Lamm von einem Jahr ohne Fehler (2. Mo 12,3-6). Es wird bis zum 14. Abib aufbewahrt und auf Fehler untersucht. Die jüdische Tradition entwickelte sich so, dass am Morgen des 14. Abib das perfekte Opferlamm, das im Tempel geschlachtet wurde, mit den Worten “Ich finde keinen Fehler an ihm” bekannt gegeben wurde. Geschlachtet wird das Passahlamm am Nachmittag, “zwischen den zwei Abenden” (SCH: 2. Mo 12,6 Fussnote) – d.h. zwischen dem Zeitpunkt am Mittag, an dem die Sonne den Zenit erreicht hat und langsam wieder sinkt und dem eigentlichen Sonnenuntergang. Erst nach Sonnenuntergang, jetzt schon der 15. Abib, wird das Passahmahl gegessen (3. Mo 23,4-8).
  1. Am 15. Abib, am gleichen Abend, beginnt das Fest der ungesäuerten Brote (2. Mo 12,18-20), das 7 Tage dauert. Der erste und der letzte davon (15. und 21. Abib) sind hohe Sabbate, wo keine Arbeit verrichtet werden darf. D.h. der Abend, an dem das Passah stattfindet und das Fest der ungesäuerten Brote anfängt, ist ein hoher Sabbat.
  1. Der Tag der Erstlingsfrucht (3. Mo 23,9-14) fällt in die Woche der ungesäuerten Brote, auf den ersten Tag nach dem wöchentlichen Sabbat, d.h. Sonntag.
  1. Nach diesem Sonntag werden 7 Sabbate gezählt und am ersten Tag nach dem 7. Sabbat bzw. am 50. Tag ist Schavuot (3. Mo 23,15-16), bei uns bekannt als Pfingsten. Obwohl es nur einen Tag dauert, nennt man es auch Wochenfest, weil bis dahin 7 Wochen abgezählt werden. Es erinnert an den Tag, an dem Yahwe dem Volk Israel am Sinai seine Gesetze gegeben hat.

–> Dies sind die Feste, die Jesus bereits erfüllt hat.

Die Herbstfeste

  1. Am 1. Tischri, dem heutigen jüdischen Neujahr, ist das Posaunenfest Rosch Haschana, ein Tag der Ruhe (3. Mo 23,24-25).
  2. Am 10. Tischri ist Yom Kippur, der Versöhnungstag (3. Mo 23,27-32). Bei den Juden ist dies ein Fastentag.
  3. Vom 15.–21. Tischri ist das Laubhüttenfest, oder Sukkot, als Erinnerung an die Wüstenwanderung (3. Mo 23,34-43). Es dauert 8 Tage, während der die Juden auch       heute noch in Zelten und Hütten wohnen.

–> Diese Feste hat Jesus noch nicht erfüllt, er wird dies bei seiner Wiederkunft tun. Interessanterweise ist das nächste, das er erfüllen “muss” das Posaunenfest, der einzige Festtag im Jahr, bei dem man nie im Voraus wusste, wann er anbrechen würde, weil er auf den ersten eines Monats fällt. Man musste sich also auf das Neujahrsfest vorbereiten, ohne zu wissen, ob es am gleichen Abend nach Sonnenuntergang anfangen würde, oder erst einen Tag später. In diesem Zusammenhang macht es auch Sinn, dass Jesus gesagt hat, dass wir Tag und Stunde nicht kennen in der er wieder kommt.

3 in 1: Passahlamm, das Zeichen Jonas und die Erfüllung der Frühlingsfeste…

In dem Jahr, als Yeschua starb, fiel der 10. Abib auf einen Sabbat, den Tag, an dem er als König und Passahlamm in Jerusalem einzog. Am 10. Abib suchte der Hohepriester sich im nahegelegenen Bethlehem ein einjähriges, fehlerloses Passalamm aus. Yeschua hatte genau ein Jahr zuvor seinen “Dienst” angetreten: nach 40 Tagen fasten in der Wüste kam er für das Passahfest nach Jerusalem. Er hatte also bei seinem Tod nur ein “Dienstjahr” auf dem Buckel und qualifizierte so als 1-jähriges Lamm.

Sobald der Hohepriester das Lamm ausgesucht hatte, ging er von Bethlehem nach Jerusalem, wo das gesamte Volk auf seine Ankunft wartete. Die Stadt war voller Menschen und die Priester bildeten ein Spalier, das vom Stadttor bis zum Tempel führte. Wenn dann der Hohepriester mit dem Opferlamm das Stadttor – gennant “Schaftor” – vom Ölberg her erreichte, rief jemand: “Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn!” und die ganze Stadt nahm dies jeweils auf und schrie mit. Genau das geschah, als Yeschua das Schaftor an diesem Tag erreichte (vermutlich vor dem Hohepriester!): die Jünger und die ganze Stadt fingen an, dies zu rufen (Mk 11,10 | Lk 13,35 | Joh 12,13 | Mt 21,9). Wahrscheinlich sahen nicht alle Anwesenden, wer nun da durch das Spalier ging und waren sich nicht bewusst, dass Jesus “einzog” und nicht der Hohepriester mit dem Lamm. Aber auch wenn es zu diesem Zeitpunkt wohl niemand richtig verstand: so wurde Yeschua hochoffiziell als Passahlamm angekündigt.

Während das Passahlamm in Jerusalem vier Tage auf Fehler und Mängel untersucht wurde, wurde auch Yeshua die nächsten vier Tage von den Schriftgelehrten auf Herz und Nieren geprüft – alle wollten ihn als Verräter und Gotteslästerer entlaven, es gelang aber keinem, weil sie an ihm einfach keine Schuld fanden.

Als am Dienstag Abend der 14. Abib anbrach, ass Yeschua sein letztes Mahl mit den Jüngern. Dieses Mahl war NICHT das Passahmahl, erstens weil dies erst am nächsten Abend stattfand (die Lämmer wurden erst während dem 14. Abib, Mittwochnachmittag, geschlachtet) und zweitens, weil das Brot, von dem hier die Rede ist, gesäuertes Brot war. Das Passamahl wird aber immer mit ungesäuertem Brot gegessen.

Am selben Abend wurde er verraten und die ganze Nacht verhört. Am Mittwochmorgen wurde er ca. um 6 Uhr von Pilatus als fehlerfreies Opferlamm bezeichnet: “Ich finde keine Schuld an ihm” (Joh 18,38) – genau zur selben Uhrzeit verkündete man jeweils die Makellosigkeit des gewählten Passahlammes.

Yeschua wurde ca. um 9 Uhr (Mk 15,25) gekreuzigt und starb um 15:00 Uhr (Mt 27,46) – also zu der Zeit, wo das Passahlamm des Hohepriesters als letztes geschlachtet wurde.

Die Passahlämmer wurden traditionellerweise zwischen den zwei Abenden geschlachtet (2. Mo 12,6). Mit dem ersten Abend ist die Zeit nach dem Höchststand der Sonne gemeint, wenn die Sonne langsam wieder unter geht und der zweite Abend ist das, was wir unter Sonnenuntergang verstehen. Das Lamm sollte also nach dem Zenit und vor Sonnenuntergang geschlachtet werden, ca. zwischen 15:00 und 18:00. Das letzte Lamm, das geschlachtet wurde, war das, welches vom Hohepriester ausgesucht worden war. Sobald dies geschlachtet war, rief der Hohepriester: “Es ist vollbracht” (siehe Joh 19,30)! Beim Schlachten durfte dem Passahlamm aber kein Knochen gebrochen werden (2. Mo 12,46). Da der Kreuzigungstod sich oft in die Länge zog – durch das Hängen wird die Lunge zerrissen, darum stösst man sich mit den Beinen wieder hoch, um atmen zu können – wurde den Gekreuzigten die Beine gebrochen, damit sie dem Erstickungstod nicht mehr ausweichen konnten. Yeschua starb aber erstaunlich schnell, so dass ihm die Beine nicht gebrochen werden mussten.

Kurz vor Sonnenuntergang am Mittwochabend wurde Yeschua vom Kreuz genommen und ins Grab gelegt (Lk 23,52-54), weil der hohe Sabbat anbrach, der den Anfang des Festes der ungesäuerten Brote markierte – die Bibel spricht an dieser Stelle also nicht vom wöchentlichen Sabbat. An diesem Abend wurde das Passahlamm gegessen.

Dieser hohe Sabbat dauerte von Mittwochabend bis Donnerstagabend. Am Freitag gingen dann die Frauen das Salböl kaufen (Mark 16,1), mit welchem sie Jesus einbalsamieren wollten (an einem Sabbat wäre ein solcher Kauf verboten gewesen), mussten aber zuerst noch den wöchentlichen Sabbat abwarten, der am Freitagabend begann, bevor sie zu seinem Grab gehen konnten.

Etwas über drei Tage nach Yeschuas Tod, am Sonntagmorgen (nach dem wöchtenlichen Sabbat), wurde das leere Grab entdeckt. Bei der Dämmerung dieses Sonntagmorgens begann auch das Fest der Erstlingsfrucht. Yeschua ist diese Erstlingsfrucht und der Erstgeborene von den Toten.

50 Tage später (10 Tage nach der Himmelfahrt) sandte Yeschua seinen Heiligen Geist, pünktlich zum Wochenfest, das wir heute Pfingsten nennen und welches ein Gedenktag an die Gesetzgebung am Sinai war und für welches sich ganz Israel in Jerusalem versammelte. Die drei hohen Feste, an denen alle (männlichen) Israeliten in Jerusalem vor Yahweh erscheinen mussten, waren: das Fest der ungesäuerten Brote, das Wochenfest und das Laubhüttenfest (2. Mo 23,14-17). Aus diesem Grund waren nicht nur am Passah, als Jesus gekreuzigt wurde, so viele Juden in Jerusalem versammelt, sondern auch an Pfingsten, als Gottes Geist ausgegossen wurde.

Schlusswort

Von Mittwochabend (Sonnenuntergang) bis Samstagabend sind drei volle Tage und drei volle Nächte. Somit hat Yeschua also das Zeichen des Jona, das er angekündigt hatte, erfüllt und damit bewiesen, dass er nicht nur Herr über das Leben ist, sondern auch über den Tod. Seinen Todeszeitpunkt zu bestimmen ist eines, den Zeitpunkt der Auferstehung etwas anderes (und dabei noch viele Prophetien zu erfüllen noch einmal eine ganz andere Dimesion)! Yeschua hat so also bewiesen, dass ihm alles untertan ist und dass er von Yahweh gesandt wurde.

Dies gewinnt nochmals an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass unter den Juden im ersten Jahrhundert der Glaube herrschte, dass die Seele den Körper erst nach drei Tagen verlässt. Wenn Yeschua also VORHER auferstanden wäre, hätte dies niemanden beeindruckt! Aus diesem Grund hat Yeschua auch vier Tage damit gewartet, Lazarus von den Toten zu erwecken (Joh 11,17).

Zuallererst geht es mir mit diesem Artikel darum, dass wir Gott wieder (mehr) beim Wort nehmen. Wenn Yeschua sagt, dass er drei Tage und drei Nächte in der Erde sein wird, wie können wir darauf beharren, dass er nur einen Tag vor seiner Auferstehung gestorben ist? Damit stellen wir ja seine ganze Identität als Sohn Gottes und Messias in Frage und unterwandern unsere gesamte Glaubensgrundlage!

Aber nochmals zum Wochentag: nirgendwo in der Bibel steht geschrieben, dass Yeschua an einem Freitag starb – wir schlussfolgern dies nur, weil am Abend der Sabbat anbrach. Wenn wir unsere Bibel genau lesen, dann sollten wir aber verstehen, dass es nicht nur wöchtenliche Sabbate gibt, sondern auch Ruhetage im Zusammenhang mit Gottes Festen. Und dann ist es auch sonnenklar, dass mit dem Sonnenuntergang am Tag von Jesu Tod der hohe Sabbat anbrach, der den Anfang der Ungesäuerten Brote markierte.

Zudem ist es auch nicht Brauch, dass man Feste an einem fixen Wochentag feiert – normalerweise ist das Datum ausschlaggebend. Darum habe ich angefangen, mich wieder nach dem Datum des Passahfestes zu richten. Denn egal an welchem Wochentag dieses stattfindet: es ist IMMER der Tag an dem Yeschua starb, ein Gedenktag an das wahre, ewige Passahlamm.

Quellen (letzter Zugriff: 14. März 2015)

5 Comments on “Das Zeichen Jonas und das Passahlamm

  1. Wenn die Juden Jesus nicht umgebracht hätten, wäre er dann von einen Priester getötet worden bzw. geopfert worden? Wie denkt ihr darüber? Denke viel darüber nach, z.B. 1. Kor. 2,9. Vielleicht habt ihr eine Antwort? Würde mich darüber freuen.

    lg. u gottes segen

    • Hallo Heinz,
      ich weiss nicht, ob das die richtige Frage ist, wer Jesus konkret umgebracht hat. Tatsache ist, dass die Sünde Jesus umgebracht hat. Sobald der erste Mensch seinen eigenen Weg ging, gab es für Jesus nur noch die Option, zu sterben – egal durch wen.
      Mir ist vor kurzem klargeworden, dass es ein Segen war, als Gott Adam und Eva aus dem Paradies verbannte: wenn sie nämlich vom Baum vom Leben gegessen hätten, hätte es den Tod nicht mehr gegeben und Jesus hätte nicht für die Menschen sterben können.
      Fakt ist also: sein Tod war unumgänglich, egal durch welche Hand er geschah. Sein Volk hat den eigenen Messias nicht erkannt – wie in Jesaja 53 prophezeit wurde – und die menschlichen Gesetze mehr geliebt und ihn daher als Gotteslästerer verurteilt. Allerdings geschah dies in Zusammenarbeit mit den Römern! Man kann also sagen, dass beide – Juden und Heiden – den Messias getötet haben und in dem Sinne widergespiegelt wird, dass jeder Mensch mitschuldig ist, weil jeder Sünde zulässt und den Tod Jesu zur Erlösung braucht.
      Liebe Grüsse, Ruth

  2. Hallo Ruth

    Schon lange habe ich in meiner Bibel bei MT12,40 ein grosses Fragezeichen reingezeichnet. Ich danke Dir ganz herzlich für diese Erklärung.

    Und mein grosses Fragezeichen betreffend reines und unreines Fleisch hast Du auch grad aufgeklärt. Danke!

    Ein grosses Fragezeichen habe ich noch in MT2,11. Ich frage mich, wo ist das viele Gold geblieben? Gemäss LK2,24 mussten sie arm gewesen sein, weil sie nur 2 Tauben oder Turteltauben geben konnten.
    Musste wegen der Flucht nach Ägypten alles liegen und stehen gelassen werden?

    Und ganz herzlichen Dank für Deinen wunderbaren Lobpreis in Bern. Du hast mich sehr nah an den Herrn geführt.

    Liebe Grüsse
    Philipp

    • Hallo Philipp

      Danke für Deine Nachricht und Dein ermutigendes Feedback!

      Da Deine Frage vielleicht auch andere interessiert, geb ich meine Antwort dazu auf diesem Weg.
      Jesus wurde am 8. Tag in den Tempel gebracht, man nimmt aber an, dass die Weisen aus dem Morgenland erst 1-2 Jahre nach seiner Geburt ankamen. Die Bibel scheint dies in Matthäus 2,16 bestätigen, wonach Herodes, nachdem er von den Weisen die genauen Zeitangaben erhalten hatte, alle Jungen in Bethlehem bis 2-jährig töten liess.
      Woher wussten aber diese Weisen vom verheissenen Messias Israels?
      Aus dem AT wissen wir, dass das Nordreich Israel nach Assyrien, nordöstlich von Israel, ins Exil gebracht wurde und das Südreich Juda erst ein paar Jahrzehnte später an einen anderen Ort verschleppt wurde: Babylon, das östlich von Israel (im Morgenland) lag. Dort lebten auch Daniel und seine Freunde. Diese waren weise, mächtig und auch reich. Es liegt nahe, dass Propheten wie Daniel ihre Glaubensbrüder in der Torah unterwiese, über die Verheissungen zum Messias lehrten – ihnen dabei auch beibrachten, anhand welcher Zeichen sie sein Kommen erkennen würden und ev. sogar bereits die Mittel zur Verfügung stellten, um diesen König zu gegebener Zeit zu beschenken.
      Nur ein kleiner Teil des Südreichs Juda kehrte nach 70 Jahren Exil aus Babylon zurück, der Rest blieb. Aber so wie es in Assyrien zur Zeit des NTs immer noch Synagogen von assimilierten Israeliten aus dem Nordreich gab, so ist es auch gut denkbar, dass zur Zeit der Geburt Jesus immer noch Judäer aus dem Südreich in Babylon an ihrem Glauben und ihren Überlieferung festhielten. Als sie nun in Babylon den Stern des Messias aufgehen sahen, machten sie sich auf den Weg – der wahrscheinlich über ein Jahr dauerte. Zu dieser Zeit war es nicht üblich, jemandem zur Geburt ein Geschenk zu machen, ausser es handelte sich um einen König. Die Geschenke, die die Weisen brachten, gehörten zu den kostbarsten Handelsgütern dieser Zeit – die Weihrauchstrasse z.B. war eine der wichtigsten Handelsrouten dieser Zeit (mehr dazu in meiner Proseminararbeit über Salböle).
      In der Tat waren Maria und Joseph arm und diese Geschenke waren Gottes Art, seinen Sohn (frühzeitig) vor dem Tod zu bewahren: sie finanzierten bzw. ebneten der jungen Familie den Weg zur Flucht nach Ägypten…

      Ich hoffe das beantwortet Deine Frage.

      Shalom, Ruth

  3. Diesen Beitrag über das Zeichen des Jona und das Passalamm finde ich ganz ausgezeichnet. Es ist die beste Zusammenfassung, die ich auf Deutsch kenne. Ungewöhnlich ist die Erklärung von “zwischen den Abenden”. Da würde ich mir eine genaue Quellenangabe (möglichst Buch oder Aufsatz) wünschen, um nicht lange in Videos etc. suchen zu müssen. Adolf Knoch, Das Geheimnis der Auferstehung, Konkordanter Verlag Pforzheim, S. 136 f., vertritt die Auffassung, “zwischen den Abenden” bedeute zwischen dem Abend, mit dem der 14. Nisan oder Abib beginnt, und dem Abend, mit dem er aufhört, und meint, Jesus hätte das Passalamm – entgegen der Gewohnheit der Juden, was nicht überzeugt – schon am ersten Abend geschlachtet und gegessen. Kann also die Bedeutung des Ausdrucks “zwischen den Abenden” einwandfrei geklärt werden?

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